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Lokales

14. Dezember 2017 | 14:07 Uhr

Mit gelben Karten auf Mängelsuche

vom

svz.de von
erstellt am 04.Mai.2010 | 06:45 Uhr

Banzkow | Mehrere tausend Karten wurden im Auftrag des Amtes Banzkow in den zurückliegenden Wochen an die rund 4000 Haushalte der Gemeinden Banzkow, Plate und Sukow geschickt. Aufgefallen sein dürften sie jedem, die knallgelben Karten. Das sollen sie auch. Denn Einwohner haben damit die Möglichkeit, auf verschiedene Mängel im Bereich Verkehrssicherheit und Umwelt aufmerksam zu machen. Sie müssen nur an der richtigen Stelle das Kreuzchen setzen. Zum Beispiel bei "Straßenlaterne defekt", "Baum krank" oder bei "Kanaldeckel beschädigt". Und wenn man dann noch den genauen Ort angibt, die Karten mit einer Briefmarke versehen in den Postkasten steckt (man kann sie auch zu den Sprechzeiten der Bürgermeister abgeben), landen sie im Amt. Dort verschaffen sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes einen Überblick und stellen Mängel-Listen zusammen. Auf kurzem Weg können die Gemeindearbeiter über schnell zu behebende Mängel informiert werden.

Die Prozedur mag sich im ersten Moment kompliziert anhören, ist sie aber nicht, wie der Bürgermeister von Plate, Hans Bauer, meint. Auf diese Weise hatte nämlich eine Platerin informiert, dass ein Verkehrsschild in ihrer Straße so stark mit Farbe besprüht war, das man es nicht mehr deuten konnte. "Ein Gemeindearbeiter hat es gleich gesäubert, es zeigt wieder an: Hier endet der Radweg", sagt Bauer. Er nennt noch ein Beispiel: Am Straßenrand in Nähe der Autobahnbrücke lag viel Müll herum - Autoreifen, Plastetüten voller Abfall, leere Flaschen, Eisenteile. Diese Müll-Lagerstätten hatten mehrere Einwohner bemerkt. Der Unrat an der Waldkante ist inzwischen beseitigt worden.

In Sukow wiesen Einwohner auf verdreckte Waldeinfahrten entlang der Straße von der B 321 in Richtung Sukow hin. Banzkower teilten auf diese Weise mit, dass die Störstraße zum Kanal viele Schlaglöcher aufweist. Dass einige Grundstücks-Auffahrten auf die Kreisstraße in Jamel sehr schlecht einsehbar seien, darauf machten Einwohner aus diesem Dorf aufmerksam.

Bislang seien etwa 100 Karten ans Amt Banzkow zurückgeschickt worden, sagt Verwaltungschefin Carmen Krooß. Es gibt zahlreiche Hinweise: Lärmbelästigungen, defekte Gullys, kaputte Straßen, illegale Müllentsorgung. "Mängel, die relativ schnell abzustellen sind, werden in kurzer Zeit behoben", betont sie. Anderes dauere länger, manches könne auch nur als Hinweis registriert werden. "Wir machen die Aktion in diesem Jahr das erste Mal, haben die Idee aus Westerstede übernommen und sammeln noch Erfahrungen", betont die Verwaltungschefin." Mit der Stadt in Niedersachsen haben die Banzkower seit einigen Monaten guten Kontakt. Denn beide Kommunen nehmen als Vertreter aus Deutschland an der grünen Europameisterschaft "Entente Florale 2010" teil (SVZ berichtete). Banzkower und Westersteder haben sich auch schon gegenseitig besucht. "Dass wir von den Erfahrungen anderer profitieren, kann nur von Vorteil sein, wenn es um die weitere Verschönerung der Lewitzdörfer geht", erklärt Carmen Krooß.

Die Karten-Aktion findet bei den meisten Einwohnern Zuspruch, so sieht es der Plater Bürgermeister. Natürlich greifen Bürger auch mal schnell zum Telefon oder nutzen die Sprechstunde beim Bürgermeister. Die Karten seien eine zusätzliche Möglichkeit, auf Missstände - ob große oder kleine - aufmerksam zu machen, so Bauer.

Es gebe einzelne Reaktionen, die diese Art der Mängelanzeige nicht für so gut halten. Beispielsweise hätte eine Familie wissen lassen, dass sie etwas dageben habe, ihre Nachbarn anzuschwärzen. Wer bei "Straßenreinigungspflicht nicht erfüllt" (dabei geht es um das Fegen der Straßenhälfte vor dem eigenen Grundstück) ein Kreuzchen macht, soll nämlich auch den Namen und die genaue Adresse desjenigen angeben. Dass gehe zu weit, meint die Familie. Bauer selbst sieht das anders: Mit Anschwärzen habe das nichts zu tun, eher mit Zivilcourage und ehrlichem Umgang miteinander.

Anonyme Anzeigen werden generell nicht bearbeitet.

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