Von Lübz nach Cuzco : Mit elf Pferdestärken über die Anden

Ein wahnsinniges und waghalsiges Unterfangen: Mit diesem Dreirad-ähnlichen Gefährt wollen Sven Freund und Olaf Jansen durch die Anden fahren.
1 von 3
Ein wahnsinniges und waghalsiges Unterfangen: Mit diesem Dreirad-ähnlichen Gefährt wollen Sven Freund und Olaf Jansen durch die Anden fahren.

Für Sven Freund und Olaf Jansen soll es das Abenteuer ihres Lebens werden: Innerhalb von zwei Wochen wollen die beiden in Peru von Cuzco nach Piura fahren. In 145 Tagen beginnt die spannende Reise.

von
21. Mai 2013, 11:24 Uhr

Das Abenteuer ihres Lebens beginnt. Der Countdown läuft. Für Sven Freund und Olaf Jansen beginnt der Wahnsinn auf den heutigen Tag genau in 145 Tagen, 3480 Stunden, 208 800 Minuten und 12 528 000 Sekunden. Dann sitzen die beiden auf einem Riksha-ähnlichem Gefährt, einem Mototaxi und starten in 10 833,49 Kilometern Entfernung ihr Vorhaben: Innerhalb von zwei Wochen wollen die beiden Abenteurer in Peru von Cuzco nach Piura fahren. Nicht in einem Auto, sondern mit einem Mototaxi. Am 13. Oktober starten sie mit ihrem elf-PS-starken Mototaxi - knapp 7000 Meter über dem Meeresspiegel. Wie Hannibal einst die Alpen mit Elefanten überquerte, wollen die beiden Abenteurer mit ihrem elf-PS-starken Dreirad durch die Anden kurven - für einen guten Zweck.

Viele Länder hat er schon bereist und dabei schon das ein oder andere erlebt: Doch für Sven Freund ist die Reise nach Peru im Oktober etwas ganz Besonderes. Nach dem Bund hat er sein Abitur in Güstrow nachgemacht, um dann im Bereich Multimedia zu studieren, erzählt der gebürtige Lübzer. Mittlerweile hat Sven Freund seine eigene Firma in Lüneburg - baut Zäune und Toranlagen. Sven Freund ist ein Abenteurer, dem es seit mehreren Jahren schon in den Füßen juckt. "Ich wollte schon immer mal ein großes Abenteuer starten und gleichzeitig etwas Gutes dabei tun", erzählt er kürzlich bei einer Stippvisite in seiner Heimatstadt. Angst vor der großen Reise durch die Anden - den gefährlichsten Passstraßen der Welt - hat er keine. "Höchstens vor dem Fahrstil meines Freundes Olaf", sagt und lächelt verschmitzt. Seine Mutter Ingrid Freund will gar nicht genau wissen, wann es losgeht. Doch ihr Sohn verrät es ihr trotzdem. "Bist ja alt genug", flackst sie herum. Aufhalten wird sie ihren 40-jährigen Sohn eh nicht können.

Die Vorbereitungen laufen. Olaf Jansen, sein Freund und Weggefährter bei diesem Unterfangen wird auf dem Mototaxi vorne sitzen und fahren. "Ich nehme hinten Platz. Normalerweise könnten wir zu dritt auf dem Ding sitzen, doch mit dem ganzen Gepäck wollten wir das nicht", verdeutlicht Sven Freund.

In nicht mal mehr einem halben Jahr reisen die beiden "Verrückten", wie sie von Motorradfreunden liebevoll genannt werden, über den großen Teich nach Peru. Von dort aus startet die Reise. Dabei unterstützen sie das Internationale Kinderhilfswerk "Plan". "Es geht bei diesem Mototaxi Junket darum, etwas Gutes in diesen Ländern zu erreichen. Einmal für die Umwelt über ,Cool Earth und dann für ,Because I am a Girl. Dabei geht es vorrangig darum, etwas gegen Gewalt an Kindern, an Mädchen zu tun und ein Zeichen zu setzen. Wer am Ende das meiste Geld zusammen gesammelt hat, gewinnt sozusagen", erklärt der Lübzer sein Vorhaben.

Deshalb sei es beiden Abenteurer so wichtig, schon jetzt großangelegt Werbung für ihr "Racing Team" zu machen. Denn sie starten die Tour durch die Anden nicht allein. 25 Teams aus der ganzen Welt gehen in Cuzco am 13. Oktober an den Start. Vor, während und nach der Tour durch die Anden wird fleißig Geld gesammelt. Begleiten können Interessierte das Abenteuer auch online unter www.rastenschleifer.net. Über diese Internetseite können auch die Spenden abgegeben werden.

Sven Freund und Olaf Jansen sind die einzigen Deutschen, die die gefährlichsten Passstraßen der Welt bezwingen wollen. "Vor den Temperaturschwankungen habe ich schon ein bisschen Angst und vor den 2500 Kilometern Höhenunterschied, aber sonst nicht", gesteht der Lübzer dann doch. Wie sie das größte Gebirge der Welt bezwingen und welche Strecke sie dabei nehmen wollen, das bleibt den beiden selbst überlassen. Sie müssen lediglich am 26. Oktober das Ziel Piura erreichen." "Dort steigt nämlich die große Zielparty", so Sven Freund. Die Koffer sind zwar noch nicht gepackt, aber die nötigen Impfungen wie gegen Malaria oder Gelbfieber sind bereits erledigt.

Der Countdown läuft. Denn schon morgen sind es nur noch 144 Tage, 3456 Stunden, 207 360 Minuten und 12 441 600 Sekunden bis das Abenteuer ihres Lebens beginnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen