zur Navigation springen
Lokales

25. September 2017 | 10:00 Uhr

Mit der Kamera durch die Kanäle

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2010 | 07:17 Uhr

Rehna | Mit Hochdruck arbeiten derzeit Mitarbeiter des Spezialunternehmens Ex-Rohr Schwerin am Rehnaer Abwassernetz. Im Auftrag des Zweckverbandes Radegast gehen Mario von der Brelie und Maik Sandfurt mit Videokamera und Spülschlauch auf Tauchfahrt im 11,2 Kilometer langen Kanal. "Überprüfungen, wie sie im Abstand von zehn Jahren durchzuführen sind", sagt Dirk Fröhling. Der technische Leiter koordiniert die Wartungsarbeiten im gesamten Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes Radegast.

Innerhalb der Stadt Rehna erfolgte die Installation des Leitungssystems in den 1990er Jahren. Folglich verlangt der Gesetzgeber eine Überprüfung des Systems, welche mit der Befahrung der Kanäle in der Bülower Straße jetzt begann. Dass Ergebnis sei positiv, so von der Brelie: "Die Leitungen sind in Ordnung. An einigen Stellen sind Versandungen sichtbar." Während sein Kollege Sandfurt die Spülleitung mit einem Druck von 70 Bar in die Tiefe lässt, koordiniert von der Brelie über Funk die Kameratechnik und die Steuerung der Spülköpfe. Letztere steigen mit einer speziellen Wasserstrahlantriebstechnik bis maximal zu den Kontrollschächten der Häuser auf und lösen dort mögliche Verkrustungen.

Die aktuelle Mängelliste fällt aber eher bescheiden aus. Brelie zeigt auf seinen Bildschirm auf Ansammlungen von Sand im Schachtbereich. Die Bilder stammen aus dem Bereich Marktplatz und Anfang Bülower Straße. Dort gab es über die Öffnungen der Schächte einen Eintrag von Sand - Auswaschungen aus dem Natursteinpflaster bzw. Reste von Streumitteln. Mit Hochdruck schiebt sich dort das Schlauchsystem durch den kleinen Sandberg, bevor mittels Saugrohr die gelösten Feststoffe in einen Behälterwagen gelangen.

Routine für von der Brelie und Sandfurt. Aber ab und an gebe es besondere Fundstücke - Puppen, dritte Zähne, Ringe und Ketten. "Nicht selten erhalten wir den Auftrag nach Goldringen oder gar Schmuckanhänger Ausschau zu halten", erzählt Mario von der Brelie. In Rehna sei bislang kein bemerkenswerter Fund von der Kamera erfasst worden.

Trotz möglicher seltener Funde muss das Spülfahrzeug mit Hochdruck arbeiten. Folglich kann es natürlicherweise im Kanal zu Über- und Unterdrücken kommen. Wie der Zweckverband in einem Informationsblatt seinen Kunden mitteilt, sind dabei Auswirkungen auf Hausanschlüsse nicht auszuschließen. Bei ordnungsgemäß installierten Leitungen gebe es keine Probleme, betont Fröhling. Dennoch seien Hauseigentümer und Wohnungsinhaber gut beraten, aufgrund der Druckverhältnisse "die Grundstücksentwässerungsanlage zu überprüfen und Geruchsverschlüsse gegebenenfalls nachzufüllen". Insgesamt verfügt der Verband über 160 Kilometer Abwasserleitungen im Freigefälle, wovon jährlich 16 Kilometer der Wartung unterliegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen