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Lokales

15. Dezember 2017 | 11:11 Uhr

Mit der Condor auf Adlersuche

vom

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erstellt am 04.Mai.2010 | 06:21 Uhr

Dobbertin | Es ist wenige Minuten vor acht Uhr, als sich einige Naturfreunde bereits zu einer Seenrundfahrt auf dem Dobbertiner See aufmachen. Unter ihnen auch Edith Lovegrove, die mit ihrer Familie aus Köln und aus London anreiste. "Wir machen Urlaub im Land Fleesensee und dort von dieser außergewöhnlichen Fahrt gehört", sagt die junge Frau. So hieß es früh aufstehen, denn um sechs Uhr ging es per Auto nach Dobbertin.

Kapitän Hans-Jürgen Müller und Stewardess Cornelia Melzer haben derweil die "Condor" startklar gemacht. In der Kombüse des Motorschiffes kocht der Kaffee und die Bockwurst ruht noch im heißen Wasser. "Es regnet zum Glück nicht, dennoch ist es etwas frisch und da kann ein heißer Kaffee nicht schaden", meint die Stewardess. Nachdem alle an Bord sind, sticht die "Condor" in See. Ruhig liegt dieser rund 3,5 Quadratkilometer große See zu Füßen der Klosterkirche. Der Kapitän steuert das Schiff Richtung Zidderich. Die Fahrgäste sind mit Fernglas und Fotoapparat ausgerüstet und suchen damit die Wasseroberfläche und die Uferzone ab. Vor allem die vielen Buchten sind es, die sich in herrlicher Schönheit zeigen. Während Kapitän Müller die Flora und Fauna am und auf dem See erläutert, kommt plötzlich am Bug ein Fischadler entgegen. Er fliegt in großer Entfernung in die entgegengesetzte Richtung. Ansonsten bevölkern Haubentaucher, Stock- und Schellenten sowie Schwäne den See. An der Ziddericher Bucht kommt die Kehrtwende und es geht in Richtung Goldberg zur Hellbergkurve.

Plötzlich kommt ein Seeadler in Sichtweite. Relativ eilig hat er es, "als ob er sein Futter entdeckt hat", sagt Müller. Und schon setzt der Greifvogel an und will sich ein Fisch holen. Man muss schon genau hinsehen, der Vogel ist relativ klein, sehr weit weg und die dunklen Uferbäume erschweren das Erkennen. Scheinbar ohne erfolgreichen Fang verschwindet das Tier in der Luft. Die "Condor" hat derweil die Kormoraninsel erreicht. Den Namen trägt die Insel, weil hier vor etlichen Jahren Hunderte dieser schwarzen Vögel jeden Zweig besetzten und die Bäume fast ausgestorben waren. Doch man hat die Kormorane, bis auf wenige Exemplare, sanft verdrängen können und die Natur hat sich erholt. Die Insel hat sich wieder grün gefärbt und am Fuße der Bäume haben Schwäne und Graugänse ihre Nester. "Es ist sehr interessant und die fast philosophischen Erklärungen des Kapitäns sind erstkalssig. Man spürt, wie er dahinter steht und er wirbt mit dieser Tour für ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur", findet Edith Lovegrove.

Von hier aus geht es am nördlichen Ufer entlang zur Anlegestelle Klosterkirche. Die ornithologische Rundfahrt ist beendet, doch die Tour noch nicht. Jetzt übernehmen Steffen Päßler und Hanry Fritz vom Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide den Staffelstab und führen die Gruppe durch das Klostergelände und durch den angrenzenden Klosterpark. "Hier gibt es viele besondere und seltene Pflanzen", sagt Päßler und verweist auf die schlitzblättrige Rotbuche oder den Gingkobaum hin. Mit diesen Erklärungen geht ein interessanter Vormittag zu Ende.

Die nächste ornithologische Seenrundfahrt mit anschließender Führung durch den Klosterpark findet am 25. Mai um acht Uhr statt. Abfahrt ist am "Neuen Hafen", der ausgeschildert ist.

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