Mit den Spritpreisen steigt der Benzinklau

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12. April 2010, 06:54 Uhr

Bützow/Güstrow | Hohe Benzinpreise spornen offenbar Dieseldiebe und Zapfbetrüger an. 1000 Liter stahlen Unbekannte kürzlich in Plaaz. Die Tanks mehrerer Landwirtschafts-Maschinen wurden dazu aufgebrochen.

14 solcher Fälle zählte die Polizei seit Jahresanfang im Kreis Güs trow. Längst sind es nicht mehr nur kleine Mengen, die die Diebe dabei im Auge haben. Bis zu mehreren hundert Litern werden abgezapft. Häufig betroffen sind Landwirte und Baufirmen. Der Schaden ist immens.

"Die Täter sind scheinbar sehr gut ausgerüstet", sagt Polizeisprecherin Yvonne Burand. "Die kommen nicht mehr nur mit einem Kanister, sondern haben möglicherweise einen Tank auf der Ladefläche", sagt sie. So wurden auch vom Gelände eines Landwirtschaftsbetriebes in Lohmen in diesem Jahr mehrere hundert Liter Diesel entwendet. Der Dieselklau in Größenordnungen erfolge, so vermutet die Polizei, aber ausschließlich für den Eigenbedarf, nicht für einen Weiterverkauf. "Es gibt keinen zweiten Markt", sagt Yvonne Burand.

Auch verschlossene Tankdeckel sind für die Diebe kein Hindernis. Sie werden aufgebrochen. "Die Täter kommen nachts und an den Wochenenden", so die Polizeisprecherin. Betroffen seien neben Landwirtschafts- und Baumaschinen aber auch Pkw. Erst am Wochenende stellte die Polizei in Rostock-Warnemünde vier Litauer, die 60 Liter Sprit abgezapft hatten. Zeugen beobachteten die Tat. Die Polizei stellte die Männer wenig später, im Kofferraum mehrere Kanister Sprit. Kleine Fische. "Das sind keine typischen Diesel-Klauer", sagt Burand. Die zu erwischen, sei weitaus schwieriger. Die Diebe suchen gezielt abgelegene Standorte. Die Polizei empfiehlt, Autos nicht an einsamen, unbeleuchteten Orten abzustellen. Gerade auf Baustellen sei das allerdings schwierig.

Auch der Tankbetrug an Zapfsäulen ist keine Ausnahme. "Das kommt immer wieder vor", sagt Polizeisprecherin Burand, ohne konkrete Zahlen zu kennen. Der Bundesverband der Tankstellen und Gewerblichen Autowäschen beobachtet seit Jahren bundesweit einen "leichten Anstieg" der Tankbetrügereien, "parallel zu den steigenden Benzinpreisen", sagt Geschäftsführerin Sigrid Pook. Von Einzelfällen könne längst keine Rede mehr sein. Der Schaden gehe in die Millionen. Problem: Versicherungen zahlten nicht für Warendiebstähle. Pächter von Tankstellenketten bekämen den Schaden manchmal ersetzt, müssten jedoch Anzeige erstatten, das Kennzeichen erfassen etc. "Ein großer Aufwand", sagt Pook.

Die meisten Tankstellen sind heute zwar technisch gut ausgerüstet. Wenn die Tankbetrüger jedoch mit geklauten Nummernschildern unterwegs sind, nutzt auch moderne Kameratechnik nichts.

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