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Lokales

18. Dezember 2017 | 14:02 Uhr

Mit den richtigen Fragen schnell helfen

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2010 | 08:55 Uhr

Rostock | Die Leitstelle des Rostocker Brandschutz- und Rettungsdienstes arbeitet ab sofort mit einem standardisierten medizinischen Abfrage-Protokoll. Ziel des Informationssystems ist es, Notrufe noch besser bearbeiten zu können und lebensbedrohliche Zustände bei Patienten schneller zu erkennen. Dazu gehen die Disponenten bei einem Notruf eine vorgegebene Reihe von Fragen durch, an deren Ende eine sichere Entscheidung darüber getroffen werden kann, ob ein Notarzt angefordert werden muss oder nicht. "Das Ziel ist es, dass kritisch Erkrankte nicht durch das Raster fallen, sondern herausgefiltert werden", erklärt Dr. Bert Werner, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.

Beispiel: Ein Notruf geht ein. Der Hilfesuchende erklärt: "Hier liegt einer." Bisher mussten die Disponenten dann entsprechend ihrer beruflichen Erfahrung und ihres Bauchgefühls weiter nachfragen, um konkretere Informationen über den Zustand des Patienten zu erfahren. Nun gibt das Protokoll die Reihenfolge vor. Zunächst geht es um das Wer, das Wo und das Problem. Dann werden Qualitäten in Erfahrung gebracht. Wie viele Personen sind verletzt? Ist der Patient bei Bewusstsein und ansprechbar? Wenn nicht, gilt es, sofort den Notarzt einzuschalten.

"Das standardisierte Abfrage-Protokoll gibt den Disponenten darüber hinaus Rechtssicherheit", so Werner. Nicht selten käme es vor, dass Rettungsdienste in Rechtsstreite verwickelt würden. "Dann steht der Disponent am Pranger." Nun könne er sich auf das Protokoll berufen, das eine bestmögliche Bearbeitung des Notfalls gewährleistet.

Im ersten Schritt arbeiten die Disponenten in der Leitstelle in der Erich-Schlesinger-Straße mit einer Art Spickzettel. Der Wunsch aller Beteiligten ist es jedoch, das System in Zukunft zu digitalisieren. "Von Seiten der Krankenkassen haben wir hierzu schon positive Signale erhalten", berichtet Werner.

Nur maximal zehn Minuten dauert es in Rostock, bis ein geeignetes Rettungsmittel vor Ort ist. Elf Rettungs- und drei Notarztwagen stehen bereit.

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