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Lokales

21. Oktober 2017 | 18:04 Uhr

Mit dem Drahtesel unterwegs

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erstellt am 20.Aug.2010 | 05:30 Uhr

Sternberg | Radwanderer aus Berlin und dem Raum Schwerin entdeckten auf einer fünftägigen Tour Mecklenburg mit dem Fahrrad. Ihr Ziel war es, Zeugnisse der Landesgeschichte, von denen sie bisher nur gelesen oder gehört hatten, nicht mit dem Auto, sondern mit dem Drahtesel zu erkunden. Die Tour führte von Schwerin an die Küste, folgte dem Ostseeradweg ein Stück in Richtung Osten um dann über Bad Doberan nach Schwerin zurückzuführen. Im Fokus des geschichtlichen Interesses standen das Schloss Bothmer, Dorf Mecklenburg mit seinem Burgwall, das Doberaner Münster, das Wasserschloss Gnemern sowie interessante Kirchen, Klöster und Bodendenkmale. Die Auswahl der Radwege erfolgte auf Grundlage von ADFC-Radwanderkarten.

Weniger ist mehr: Zehn Kilo Gepäck auf jedem Rad

In Fahrrad-Packtaschen wurde nur das Nötigste eingepackt. Weniger ist mehr. Einmal Bekleidung für jede Witterungslage. Das waren summa summarum ca. zehn Kilogramm Gepäck auf jedem Fahrrad, die auch die Mecklenburger "Hügel" hinauf transportiert werden mussten. Auf Fahrradtaschen am Vorderrad wurde ganz bewusst verzichtet, um die Lenkbarkeit des Rades nicht zu beeinträchtigen.

Folgende Eindrücke sammelten die Radwanderer auf letzten Etappe, die von Nakensdorf bei Neukloster über 36 Kilometer nach Schwerin führt:

In Nakensdorf fahren wir ein Stück zurück in Richtung Neukloster, um dann nach links in einen Sandweg einzubiegen. Der Weg ist als Radweg ausgeschildert. Er führt Hügel auf und abwärts durch Wald, dann durch Wiesen und Felder.

Selbst das Schieben fällt schwer und kostet viel Kraft

Weite Strecken müssen wir absteigen und durch tiefen Sand schieben. Selbst das Schieben, des mit Gepäck beladenen Fahrrads, fällt hier schwer und kostet viel Kraft. Es duftet nach Kiefernwald, Wind bewegt die Zweige, Vögel zwitschern. Wir sind allein auf dem Radweg unterwegs. Hinter Klein Warin ist laut Karte die Fernverkehrsstraße B 192 ein Teil des Radweges. Hier herrscht reger Verkehr. Wir legen Tempo vor um wieder auf ruhigere Straßen zu kommen. Endlich können wir in einen wenig befahrenen Weg abbiegen. Die Route führt über Trams nach Jesendorf. An der rechten Seite sieht man den Tramser See. Es beginnt ein kurzer Radweg, der hinter der Baustelle an der Autobahnauffahrt Jesendorf endet. Hier kommen uns drei Radwanderer mit Gepäck entgegen. Zwischen Jesendorf und Ventschow führt die Radroute auf der Fernverkehrsstraße entlang. Es herrscht sehr starker Lkw-Verkehr. Fahrzeuge rasen dicht an uns vorbei.

Wir fahren in Zweiergruppen in größeren Abständen und sind erleichtert als wir hinter Ventschow einen Sandweg erreichen. Die Strecke ist gefährlich und für Familien nicht zu empfehlen.

Rastplätze zum Verweilen gibt es leider nicht

Unsere Freude über den Sandweg am Waldrand ist nur von kurzer Dauer. Wir müssen wieder mehrfach absteigen und schieben. Rastplätze zum Verweilen und Beobachten der Natur gibt es leider nicht.

Ab Flessenow fahren wir auf ruhigen asphaltierten Straßen. Über Retgendorf, Rampe erreichen wir schließlich den Paulsdamm vor Schwerin, der zu einer kurzen Rast einlädt.

Fünf Tage Radtour und 288 Kilometer liegen hinter uns, fünf Tage vollgepackt mit Eindrücken und Erlebnissen. Gefühlte zwei ganze Urlaubswochen.

Unser Fazit: Das Radnetz hat noch einige Schwachstellen, die besonders in der Region zwischen Neukloster und Retgendorf deutlich spürbar sind. Trotzdem macht es Spaß mit dem Drahtesel in Mecklenburg unterwegs zu sein.

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