Mit dem Boot auf eine Ferieninsel

Sylvia Höldke leitet das Caritas Jugendhaus  Lankow und ist Koordinatorin des Trägerverbundes Welan. Jürgen Hamann
Sylvia Höldke leitet das Caritas Jugendhaus Lankow und ist Koordinatorin des Trägerverbundes Welan. Jürgen Hamann

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30. November 2009, 08:46 Uhr

30 bis 40 Kinder und Jugendliche besuchen an jedem Wochentag das Caritas Jugendhaus Lankow. Was junge Leute dort erleben, verrät die Leiterin der Einrichtung, Sylvia Höldke, in unserer Serie "Jung in Schwerin".
Frau Höldke, den Jugendclub in Lankow gibt es nicht erst seit gestern?

Sylvia Höldke: Vor einigen Jahren haben wir bereits das 20-jährige Bestehen gefeiert, gegründet wurde der Club bereits 1986 zu DDR-Zeiten. Seit dem Jahr 2001 ist das Jugendhaus in der Trägerschaft der Caritas.

Und wann ist er geöffnet?

Montag, Dienstag und Mittwoch von 14.01 bis 19.01 Uhr, am Donnerstag ist Projekttag und am Freitag ist von 14.01 bis 17.01 Uhr geöffnet.

Vor dem Jugendhaus sind Erdarbeiten in Gang, was soll hier entstehen?

Ein Beachvolleyball-Platz. Wir haben die Jugendlichen befragt, was sie sich am meisten wünschen - und das war eine frei zugängliche Sportanlage, am liebsten Beachvolleyball. Das können die Kinder und Jugendlichen schon zu zweit oder viert spielen.

Was heißt frei zugänglich?

Dass die Jugendlichen zu jeder Zeit, auch wenn das Jugendhaus nicht geöffnet ist, spielen können. In Schwerin sind ja sonst die Sportanlagen eingezäunt oder nicht immer nutzbar. Wir werden das Netz immer dranlassen.

Die Sportanlage vervollständigt das bisher neu Geschaffene?

Das stimmt. Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit den Jugendlichen die Außenanlagen neu gestalten konnten. Da sind Backofen, Grill und das Häuschen für Geräte gebaut worden und unser Projekt Natur lebendig geworden.

Was ist das Projekt Natur?

Alles Leben kommt aus der Natur. Gemeinsam mit engagierten Schulen in Lankow sind wir beispielsweise den Weg vom Korn über das Malen bis zum Brot backen gegangen.

Gibt es noch anderes Projekte?

Unser "SvO", Stärken vor Ort. Wir haben die Germania erworben, den alten Pfaffenteichkreuzer. Egbert Hesse macht sie gemeinsam mit Jugendlichen wieder flott. Unser Ziel ist es, das Boot zur 850-Jahr-Feier schwimmen zu lassen. Im Sommer wollen wir dann mit den Jugendlichen auf Tour gehen.

Wo soll es hingehen?

Wir planen ein Ferienlager, vielleicht ein Zeltlager mit dem Boot. Da würde sich eine Insel anbieten, auf der sich die Kinder und Jugendlichen selbst verpflegen und per Boot Lebensmittel holen könnten.

Ferienlager gab es in den vergangenen Jahren nicht?

Nein. Wir haben im Planungsbezirk Welan Ferienspiele angeboten. Dabei haben wir die Zukunftswerkstatt in Warnitz für alle Interessierten im Planungsbezirk genutzt.

Was ist der Planungsbezirk Welan?

Das ist unser Trägerverbund von der Weststadt über Lankow und Friedrichsthal, Neumühle und Medewege bis Warnitz. Dazu gehören der Westclub One, das Caritas Jugendhaus Lankow, aber auch die Siemensschule, die Comeniusschule, die Zukunftswerkstatt und das Berufsschulförderzen trum. Jeder hat seine Identität, aber jeder arbeitet mit jedem zusammen, hilft dem anderen. Da können Erfahrungen der Sozialarbeiter aus den Schulen genutzt werden, Erfahrungen der Evangelischen Jugend oder von der Zukunftswerkstatt Warnitz. Innerhalb des Trägerverbundes machen wir dann Angebote für den gesamten Sozialraum.

Ein Beispiel?

Unser Weihnachtsbowling am 2. Dezember. Da sind im Bowlingcenter in Lankow beim Turnier auch Jugendliche aus der Comeniusschule, von der Evangelischen Jugend oder vom Westclub one dabei.

Das ist also das Neue in der Jugendarbeit?

Das gehört sicher auch dazu. Aber wir haben vor allem die Struktur verändert. Wir warten nicht, bis die Jugendlichen zu uns kommen, sondern gehen in den Sozialraum, suchen die Jugendlichen vor Ort auf. Dazu nutzen wir unseren Bus für aufsuchende mobile Arbeit mit acht Plätzen, Geschirr und Spielgeräten. So können wir beispielsweise draußen vor Ort mit den Kindern und Jugendlichen kochen.

Was ist in den nächsten Tagen im Club los?

Das schon erwähnte Bowlingturnier, ein Besuch des Weihnachtsmarktes und natürlich wie in jedem Jahr unsere Weihnachtsfeier. Sie findet in diesem Jahr bereits am 9. Dezember statt.
Möchten Sie noch etwas würdigen?

Ja, ich finde es gut, dass wir langfristige dreijährige Verträge mit der Landeshauptstadt haben. So kann besser geplant werden.

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