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Mordprozess im im Schweriner Landgericht : Mit dem Anglermesser die Kehle durchgetrennt

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Die Mutter wird das Bild nie aus dem Kopf bekommen. Sie war es, die ihre tote Tochter fand - auf dem Sofa, sorgfältig zugedeckt. Doch das Blut war nicht zu übersehen. Jemand hatte der 34-Jährigen die Kehle durchtrennt.

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erstellt am 01.Apr.2011 | 08:41 Uhr

Schwerin | Die Mutter wird das Bild nie aus dem Kopf bekommen. Sie war es, die ihre tote Tochter fand - auf dem Sofa, sorgfältig zugedeckt. Doch das Blut war nicht zu übersehen. Jemand hatte der 34-Jährigen die Kehle durchgeschnitten. Am Abend des 3. Oktober, in ihrer Wohnung im Schweriner Plattenbaugebiet Großer Dreesch. Die Mutter hatte sich Sorgen gemacht, weil ihre Tochter zwei Tage nichts von sich hören ließ. Sie besaß einen Schlüssel und machte die grausige Entdeckung.

Die Polizei tappte im Dunkeln, bis sich etwa eine Woche später ein Mann stellte und ein Geständnis ablegte. Seit gestern sitzt der 31-Jährige im Schweriner Landgericht auf der Anklagebank. Mord wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Heimtückisch habe er dem Opfer mit seinem Anglermesser die Kehle durchgetrennt. Der Angriff erfolgte so unvermittelt, dass sich die Frau nicht mal wehren konnte. Danach nahm er ihre Handtasche und verschwand. Das gab er zu. Zum Motiv sagte er nichts.

Täter und Opfer kannten sich, waren aber kein Paar. Laut Staatsanwaltschaft hat die 34-Jährige den Mann in die Wohnung gelassen, mit ihm ferngesehen und das Sofa zurechtgemacht, damit er bei ihr übernachten konnte. Warum dann alles eskalierte, ist unklar.

Vielleicht gibt ein psychiatrisches Gutachten eine Erklärung. Ein Sachverständiger hat eine schwere Persönlichkeitsstörung festgestellt. Der Angeklagte habe die Tat im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen und müsse in eine psychiatrische Klinik. Vor zehn Jahren war er schon mal gewalttätig geworden. Da war er mit einem Spaten auf eine Frau losgegangen, die ihm als Betreuerin zur Seite stand. Zwei Gutachten kamen zu dem Schluss, dass er ungefährlich ist. Der dritte Gutachter stellt nun fest, dass der schüchtern wirkende Mann in Krisen zu Gewalt neigt und eine Gefahr ist. Der Angeklagte will sich zur Tat nicht äußern. Der Prozess soll Mitte Mai zu Ende gehen.

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