Mit Bodenständigkeit gegen die Krise

Reinhard Neumann von der gleichnamigen Schauimkerei in Plau-Quetzin bietet Honig produkte an.
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Reinhard Neumann von der gleichnamigen Schauimkerei in Plau-Quetzin bietet Honig produkte an.

Mit neuen Produkten wollten die Landwirte und Nahrungsproduzenten auf der 19. Mecklenburger Landwirtschaftsausstellung (Mela) auf sich aufmerksam machen und Kunden gewinnen und neue Märkte erschließen. Auch Firmen aus der Lübzer Region haben sich auf dieser größten Messe ihrer Art in Norddeutschland vorgestellt. Mit Nischenangeboten trotzen sie der Wirtschaftskrise.

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14. September 2009, 01:57 Uhr

Mühlengeez | Seit mehr als zehn Jahren ist Bernd Schmidt mit seiner Landtechnikfirma aus Greven bereits in Mühlengeez vertreten, und doch ist es in diesem Jahr eine Premiere gewesen. Bislang hatte die Firma die Produkte ihrer Partner vetreten. "Wir haben nun unsere Leistungsfähigkeit erstmals auf einem eigenen Stand präsentiert und viele Gespräche mit potentiellen Kunden geführt", erzählt Bernd Schmidt. Auf großes Interesse stieß vor allem die Neuheit, dass in Greven das Auswuchten von Schlegelwellen und Rotoren möglich ist. Gerade Landwirte wird das freuen, mussten sie bislang weite Wege in andere Bundesländer in Kauf nehmen. Die Firma in Greven ist bislang die einzige in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen Service anbietet.

Wie kommt es, dass sich trotz Wirtschaftskrise die Grevener einen eigenen Messestand leisten? "Wir sind solide geblieben, haben den großen Aufschwung nicht gespürt und auch nicht die ganz starken Ausfälle", meint Schmidt und verweist auf die gute Qualifikation seiner Mitarbeiter. "Bescheidenheit und Kontinuität auf einem guten Niveau zahlen sich eben aus." Da ist er sich sicher.

Auch Frank Kremer von der Mecklenburger Landpute in Severin hatte wieder Premiere für neue Produkte. Es sind die Minipasteten, die auf der diesjährigen Messe groß raus kamen. Ab dem morgigen Dienstag sind diese auch in den acht Filialen und acht Wochenmärkten erhältlich. "Auch an uns ist die Krise nicht vorbei gegangen", sagt Kremer. Genau kalkulieren, gut motivierte Mitarbeiter und Bodenständigkeit sind das Rezept des Severiners. Vor allem habe das Unternehmen den Absatz relativ kontinuierlich halten können. Ende September werden mit einer Hähnchen- und einer Putenmast zwei neue Farmen in Betrieb genommen. "Bei den Puten ist es die sehr widerstandsfähige Kelly-Bronze-Pute, eine Urform aus Mexiko", erzählt Geschäftsführer Kremer.

Das erste Mal auf der Mela war Monika Helfrich von der Straußenfarm Riederfelde. "Nach unserem Erfolg auf der Grünen Woche muss ich das testen", sagte sie und zeigte sich erfreut über die Akzeptanz ihrer Produkte. Vor allem wollte sie Kontakte knüpfen. Die auf der Grünen Woche vereinbarte Zusammenarbeit mit Randolf Beck vom Lübzer Amtsturm zahlt sich für beide Betriebe aus und dies sollte auf der Mela fortgesetzt werden. Kontakte mit einer Pasewalker Produktionsfirma auf der Grünen Woche hätten auch dazu geführt, dass den Verbrauchern jetzt zur Mela zwei Neuheiten präsentiert werden konnten: Leberpastete und Blutwurst aus Straußenfleisch.

Imker Reinhard Neumann aus Plau-Quetzin sieht ebenfalls positiv in die Zukunft. Zwar ist in diesem Jahr die Heidehonigernte nicht so gut ausgefallen, dagegen brummt es beim Raps. Sorgen bereiten dem Imker die fehlenden blühenden Landschaften im Juli und August. "Es fehlen vor allem die Kleesorten", sagt Neumann, dessen Bienenvölker noch fleißig arbeiten.

Er begrüßt vor allem die Maßnahme der Landwirtschaft, zwei Hektar Bienenwiese bereit zu stellen. "Das wird durch das Landwirtschaftsministerium gefördert und hilft uns Imkern sehr", so Neumann. Auf seinem Hof in der Schauimkerei spürt er zudem eine Zunahme an Besuchern. "Hier zahlt sich der neue Radweg nach Karow aus und bald auch der nach Plau", sagt Neumann, der sich seit Jahren vehement für die touristische Gesamtvermarktung der Region einsetzt. "Nur gemeinsam sind wir stark. Wir dürfen uns nicht nur auf uns selbst verlassen", so der Honigexperte.

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