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Hülseburg und Presek sollen Bioenergiedörfer werden : Mit Bioenergie zwei Dörfer versorgen

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Bio-Energiedörfer sind im Kommen. In der Schaalseeregion werden die Orte Neuhof und Neuenkirchen mit Bioenergie aus Neuhof versorgt, der Anschluss von Bantin mit Wärme und warmem Wasser ist in Planung.

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erstellt am 27.Apr.2011 | 08:30 Uhr

Hülseburg | Bio-Energiedörfer sind im Kommen. In der Schaalseeregion werden die Orte Neuhof und Neuenkirchen mit Bioenergie aus Neuhof versorgt, der Anschluss von Bantin mit Wärme und warmem Wasser ist in Planung. Nicht zuletzt die Tatsache, dass die fossilen Energieträger endlich sind, lassen so manche Hauseigentümer über eine alternative Energieversorgung nachdenken, die sich u.a. für die Einwohner von Hülseburg und von Presek in Form der Biogasanlage in Hülseburg anbietet. Die Betreiber der Anlagen indes verkaufen Strom in das öffentliche Netz. "Unsere Biogasanlage in Hülseburg läuft seit Weihnachten 2010. Sie hat eine gegenwärtige Leistung von 0, 5 Megawatt. In einem nächsten Ausbauschritt wird die Anlage erweitert auf 1,4 Megawatt, um das Bioenergiedorf versorgen zu könne", erläutert Axel Schulze, er ist zusammen mit Volker Simdorn Geschäftsführer der SH Bio-Energieerzeugung Hülseburg GmbH.

Der aus dem Gas produzierte Strom wird jetzt an einen örtlichen Energieversorger verkauft und ins Netz eingespeist, die produzierte Wärme ist für die Prozesse im landwirtschaftlichen Betrieb, für die geplante Hähnchenmastanlage und insbesondere für die Bio-Energiedörfer vorgesehen. "Gefüttert" wird die Biogasanlage mit Gülle, Mais und Getreide. In diesem Sommer beginnt der Leitungsbau nach Hülseburg und Presek. Für die Erweiterung ist ein weiteres Blockheizkraftwerk mit Nebenanlagen erforderlich, das derzeit gebaut wird.

Nach den Worten der Bürgermeisterin von Hülseburg, Brigitte Wolf, liegt die derzeitige Anschlussquote bei rund 80 Prozent, Tendenz steigend. Somit ist in den Orten eine gute Akzeptanz für die Nutzung der alternativen Energie gegeben. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Hausbesitzer, die sich mit der Wende eine moderne Gas- oder Ölheizung zugelegt hatten, in nächster Zeit ihren Brenner erneuern müssen. Sie setzen sich also mit der Sanierung ihrer Heizungsanlage auseinander. Insofern war der Zeitpunkt jetzt günstig, die Gunst der Stunde zu nutzen.

Nachdem die grundsätzliche Entscheidung gefallen war, gab es im vorigen Jahr nach den Worten der Bürgermeisterin drei Einwohnerversammlungen. Hinzu kam der Anspruch der Betreiber der Anlage, mit den zukünftigen Nutzern immer Klartext zu reden und keine Fragen offen zu lassen.

Das Leitungsnetz zur Versorgung für die Häuser in der Gemeinde soll von einer Genossenschaft betrieben werden, die sich aus den Abnehmern zusammensetzt. Die Gründung der Genossenschaft, die Leitungsplanung und die Finanzierung sind die nächsten Schritte, die jetzt anstehen. Der Hauseigentümer kann außerdem für die Umstellung Förderung für sein Vorhaben in Anspruch nehmen. Eine erstellte Machbarkeitsstudie stimmte jedenfalls Betreiber, Gemeinde und potenzielle Abnehmer optimistisch im Hinblick auf die zu erwartenden Kosten.

Die Hülseburger Bürgermeisterin erwartet eine deutliche Einsparung gegenüber den allgemeinen Energiekosten bei Gas und Öl. Die Kilowattstunde sollte dann unter zehn Cent liegen. Das ehrgeizige Ziel ist anvisiert, zur Heizsaison 2011/12 die Verbraucher mit Bioenergie versorgen zu können.

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