Mit Bildern die Sprache finden

Mit Bildergeschichten spielerisch sprechen lernen: Das ist unter anderem eine Methode, die die Logopädin Marita Hamann in ihren Therapiestunden anwendet. Nadine Schuldt
Mit Bildergeschichten spielerisch sprechen lernen: Das ist unter anderem eine Methode, die die Logopädin Marita Hamann in ihren Therapiestunden anwendet. Nadine Schuldt

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16. August 2010, 01:57 Uhr

Bützow | Bildergeschichten - das ist eine Methode, die Marita Hamann bei Kindern, die an Spracharmut leiden, anwendet. Sie ist Logopädin mit eigener Praxis und behandelt zum größten Teil Mädchen und Jungen. Bei Sprachproblemen scheint es keine Ferienzeit zu geben, solche Defizite müssen das ganze Jahr behoben werden. "Das Kindersprechen macht einen Großteil meiner Arbeit aus", sagt Hamann.

Spracharmut bei Kindern stellt auch ihre Kollegin Claudia Langner fest. Dass dieser Trend eine Folge eines veränderten Medienkonsums sein könnte, schließen beide nicht aus. "Veränderte Mediengewohnheiten sind nicht wirklich etwas Schlimmes", sagt Langner, ebenfalls mit eigener Praxis in Bützow. Schlimm sei nur, wenn die gemeinsame Kommunikation nicht gepflegt werde, fügt sie hinzu. Im Gespräch lernten Kinder Wörter und Begriffe viel leichter und schneller. Langner und Hamann sind sich einig: Damit sich der Wortschatz vergrößern kann, sollten Eltern ihren Schützlingen ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen. "Sie sollten die Antworten ihrer Kinder kommentieren und ihnen viele Fragen stellen", erklärt Hamann. Auch bei Spaziergängen in der Natur oder beim gemeinsamen Tischdecken können die Steppkes neue Wörter erwerben, fügt Langner hinzu. Bei allem, was den Kindern Spaß macht, lernen sie spielerisch Worte dazu, so Hamann. In den Kindertagesstätten seien die Erzieherinnen teilweise bereits für Sprachdefizite sensibilisiert. "Sie kriegen dieses Mängel unter anderem über Portfolios, also Mappen mit Bildern der Kinder, mit", erklärt Langner.

Neben dem geringen Wortschatz ist Stottern ein weiteres Problem in der Artikulation. Darüber hinaus stellt sie bei den Kindern auch fest, dass einige Konsonanten wie "T" oder "K" verwechseln. "Die Kinder sind feinmotorisch nicht in der Lage, die Laute zu bilden", schildert Hamann. Es sei jedoch auffällig, dass Mädchen und Jungen, die Schwierigkeiten haben, diverse Laute zu bilden, später auch Probleme beim Schreiben haben. Laut Hamann könne sich bei ihnen eine Lese-Rechtschreibschwäche einstellen.

Zu den Patienten von ihr wie von Langner gehören neben Kindern aber auch Demenzkranke oder Patienten mit neurologischen Erkrankungen. "Nicht nur die Anzahl der Schlaganfall-Patienten häuft sich, sondern sie werden immer jünger", schildert Logopädin Marita Hamann eine weitere Tendenz. So seien mittlerweile immer häufiger Menschen im Alter zwischen 40 bis 50 Jahren betroffen.

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