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Lokales

14. Dezember 2017 | 07:23 Uhr

Mit 700 Jahren richtig in Schwung

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:42 Uhr

Quitzöbel | Sieben Jahrhunderte Quitzöbler Geschichte in Fakten und Zahlen sind in der druckfrischen Chronik von Dr. Uwe Czubatynski nachzulesen. Dorfgeschichte und Dorfgeschichten auf die heitere und leichtere Art servierten die Quitzöbler sich und ihren Gästen während der Jubiläumsfeierlichkeiten zur urkundlichen Ersterwähnung vor 700 Jahren. Auch Siegfried Appel hielt sie in seinem Buch "Prignitzer Landleben" unterhaltsam für die Nachwelt fest. "Ich habe meine Erinnerungen aus den Jahren 1933 bis 2000 aufgeschrieben", sagt der 78-Jährige. Er ist in Quitzöbel geboren: "Und ich möchte nirgendwoanders leben. Wir sind hier eine gute Gemeinschaft", ist er überzeugt. Mit seiner Frau Elfriede wohnt er in dem Haus, "in dem ich auch zur Welt kam". Seine Kinder haben ihren Vater gedrängt, seine Erinnerungen zu notieren. "Eigentlich war das ja nur für die Familie gedacht", sagt Elfriede Appel. Nun ist sie aber doch ein bisschen stolz, dass ein richtiges Buch daraus wurde. Es bewahre ein Stück Geschichte.

Um Geschichte ging es auch jenen Quitzöblern, die zur 700-Jahrfeier ein Theaterstück auf die Bühne bringen wollten. "In dem Stück ging es um das Geschlecht der Quitzows", erzählen Bärbel Jankowski und Adelheid Erben. Irgendwann im März nach vielen Proben zogen die Akteure aber die Reißleine. "Zu lang und zu langatmig", fanden sie das Theater um die Quitzows, um es bei so einem Jubiläum aufzuführen. So sah ein höchst amüsiertes Publikum am Samstag das Theaterstück über den Knecht Karl Gramlich, der für einen Tag der Bauer sein darf. Adelheid Erben und Bärbel Jankowski sagen, es war eine tolle Aufführung, die die Laienschauspieler unter Anleitung von Karina Eckert und Manfred Nebelin auf die Bühne brachten. Anspielungen auf Örtlichkeiten und Familien im Ort inbegriffen. Lust, noch einmal auf der Bühne zu stehen, die hätten alle, sagen die beiden Frauen.

Bühnenreif ist auch der Auftritt der Quitzöbler, die sich in schicker Großstadtkleidung im Look der 50er Jahre gemeinsam mit Bauern in den vom Schützenverein angeführten Zug durchs Dorf einreihen. Eine Erinnerung an Berliner, die nach Quitzöbel zu Besuch kamen, um sich hier in den mageren Nachkriegsjahren etwas Essen zu besorgen. "Berlin und Hamburg sind doch sowieso unsere Vororte", sagt lachend Lothar Idel, ein bekennender Quitzöbler. Voll des Lobes über seine Quitzöbler ist der stellvertrende Bürgermeister von Legde/Quitzöbel, Hartmut Zippel: "Wir sind ein Dorf, das funktioniert. Die Feuerwehr und der Sportverein sind die tragenden Säulen." Und er hebt hervor, dass es gut für den Ort sei, wenn Leute wie Burkhart Geisler oder Christoph Rechberg sich engagieren, Vorhaben auch finanziell unterstützen.

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