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Lokales

24. November 2017 | 16:16 Uhr

Mit 50 Euro über den Weihnachtsmarkt

vom

Riesenrad, Kettenkarussell, Lebkuchenherz oder Backbanane: Was bekommt eine vierköpfige Familie auf dem Weihnachtsmarkt für ihr Geld? Die Vagts haben am Familientag den Test gemacht und waren positiv überrascht.

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2008 | 06:39 Uhr

Rostock | Es ist ein winterlicher Dezembernachmittag. Mit Eintritt der Dunkelheit erstrahlt der Weihnachtsmarkt in einem Lichtermeer von über 1 000 Glühlampen. Wie jeden Mittwoch ist gerade Familientag, das heißt es gibt Preisnachlässe für Karussellfahrten bis zu 30 Prozent.

Ankunft auf dem Weihnachtsmarkt
Auch Familie Vagt ist mit ihren beiden Töchtern Elsa (5) und Anna (11) gegen 16.30 Uhr am Neuen Markt mit der Bahn angekommen. "Wir lieben den Weihnachtsmarkt und wollen heute mal gucken, wieviel Spaß wir für 50 Euro kriegen können", sagt Vater René (36) mit einem Augenzwinkern. Schön dick eingekuschelt mit Mütze, Handschuhe und Schal können die kalten Temperaturen dem Quartett nichts anhaben. Erst wenige Schritte gegangen, beginnen Elsas und Annas Blicke zu schweifen. Zunächst in die Höhe des Riesenrads und dann wieder zurück über die vielen hell erleuchteten Stände und Buden.

Kettenkarussell, Flitzer und Riesenrad

Ganz große Augen macht Anna beim Kettenkarussell. Aufgeregt zupft sie an Vater Renés Ärmel: "Papa, wollen wir nicht eine Runde fahren?" Diesen Wunsch kann der 36-Jährige seiner Ältesten nicht abschlagen, zumal er selbst gerne Platz im Wellenflug nimmt. Noch schnell einen Glühwein für die Eltern mit auf den Weg und dann hängen Vater und Tochter auch schon buchstäblich in den Seilen.

Während dessen hat es sich Elsa in einem kleinen pink-farbenen Flitzer gemütlich gemacht und dreht ganz entspannt zwei Runden. Mutter Claudia (35) steht dabei winkend am Rand und gibt behutsam acht auf die Fünfjährige. "Ich bin nicht so für das Karussell fahren", sagt die technische Zeichnerin. Dafür nimmt sie lieber mal am Schießstand das Gewehr in die Hand.

Zwar nicht im rosa Flitzer gefahren, aber dafür mit rosigen Wangen und etwas wackligen Beinen steigen Anna und Vater René aus dem Kettenkarussell aus . "Das war einfach nur toll, aber auch mächtig kalt", sagt Anna mit zittriger Stimme und hängt sich bei Papa in den Arm.

Was wäre ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ohne etwas Süßes um den Hals? Für jeweils vier Euro gibt es ein Lebkuchenherz für die beiden Mädels. Mit dem neu erworbenem Halsschmuck ziehen die Vier weiter in Richtung Riesenrad. Nach kurzem Anstehen ist es soweit, Elsa, Anna und Vater René gehen in die Luft. Winkend wartet Mutter Claudia unten.

Currywurst und Backbanane

Das Karussell fahren hungrig macht, können die Vier nur bestätigen. Auf geht es zur nächsten Currywurstbude. "Wenn wir auf dem Weihnachtsmarkt sind, gehört das einfach dazu", sagt Malermeister René und beißt herzhaft in seine Wurst. Töchterchen Elsa hat sich derweilen auf seinen Schultern platziert und nun das gesamte Markttreiben im Blick. "Anna ist eher die herzhafte Genießerin und Elsa die Süße", sagt Claudia.

Mit Currywurst im Magen und um die acht Euro weniger im Portemonnaie schlendern die Vier die Kröpi entlang. Für die kleinen Stuben, die Schmuck oder Holzarbeiten anbieten, haben sie eher wenig übrig. "Weihnachtsmarkt, das heißt für uns Karussell fahren und lecker essen", sagt der 36-Jährige.

Nächster Halt ist am Crêpestand, Frisch gebacken, wird Anna ihr dampfender Eierkuchen über die Theke gereicht. "Weihnachten schmeckt einfach nur lecker." Auch ihr Vater kann der süßen Versuchung nicht widerstehen. Für ihn gibt es einen Crêpes mit einer ordentlichen Portion Eierlikör für insgesamt 6,50 Euro.

Inzwischen sind die Schneeflocken deutlich dicker geworden und haben die Dächer der Stuben mit einer weißen Decke überzogen. In dieser weihnachtlichen Atmosphäre fühlen sich die Vier gleich noch mal so wohl. Das Budget im Auge und noch ein paar Euros in der Tasche macht sich die Familie zielstrebig auf den Weg zum Backbananenstand. "Das ist mein ganz persönlicher kulinarischer Höhepunkt", sagt Vater René lächelnd. Auch Elsa greift hier zu und lässt sich das gelbe Früchtchen mit ganz viel Vanillesoße schmecken. Für Anna gibt es eine heiße Zitrone aus der original grünen Tasse.

Fröhlich auf den Heimweg

Gut gesättigt, mit tollen Erinnerungen und um die 50 Euro weniger in der Familienkasse, machen sich die Vagts gegen 19 Uhr auf den Heimweg. Müde vom auf die Hupe drücken im Flitzer kuschelt sich Elsa in der Bahn an ihre Mutter.

Auf jeden Fall werden die Vier bis zum Ende des Marktes am 22. Dezember nochmal die ein oder andere Backbanane essen und im Riesenrad Höhenluft schnuppern. Positiv ist auch der Blick ins Portemonnaie. "Die Preise am Familientag zahlen sich aus", da sind sich Claudia und René einig.

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