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Rostock: Soll Kinder zum Sex gezwungen haben : Missbrauch: DSDS-Kandidat verurteilt

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Als "Robin Hood der Liebe" trat er beim Casting von DSDS in Rostock an. In der TV-Show sang er vor Bohlen. Jetzt kommt heraus: Hinter der Maske des Musikers verbarg Sven B. offenbar eine sehr düstere Seite.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2011 | 05:55 Uhr

Rostock | Als "Robin Hood der Liebe" trat er beim Casting von "Deutschland sucht den Superstar" in Rostock an. In der TV-Show sang er schließlich vor Pop-Titan Dieter Bohlen. Jetzt kommt heraus: Hinter der Maske des spaßigen Musikers mit der Piepsstimme verbarg Sven B. (22) offenbar eine sehr düstere Seite. Er soll ein neunjähriges Mädchen und einen zwölfjährigen Jungen zum Sex gezwungen haben.

Die Jugendkammer des Landgerichts Rostock verurteilte Sven B. am Donnerstag wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren und acht Monaten Haft. Die Urteilsverkündung verfolgte er Kaugummi kauend und mit großer Gelassenheit. Er wandte sich immer wieder an die Zuschauer im Gerichtssaal, woraufhin seine aus Kitzbühel angereiste angebliche Verlobte in Tränen ausbrach. Die Jugendkammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Frühjahr 2010 die beiden Kinder aus Bützow unter Anwendung psychischen Drucks zu sexuellen Manipulationen zwang. Sven B. war mit den Eltern der Kinder schon lange befreundet, so dass sie sie ihm arglos anvertrauten. Mit dem Jungen unternahm er sogar Ferienfahrten. Oft schlief er im Kinderzimmer des jetzt Zwölfjährigen. Sven B. soll den Kindern Porno-Videos gezeigt und sie anschließend gezwungen haben, sexuelle Handlungen über sich ergehen zu lassen. "Wenn du das nicht machst", soll er dem Zwölfjährigen gedroht haben, "erzähle ich, dass du rauchst". Sogar Geld soll der Ex-DSDS-Kandidat den Kindern für sexuelle Leistungen angeboten haben.

Bis zuletzt bestritt er die Vorwürfe und bezichtigte stattdessen die Eltern, eine Verschwörung gegen ihn angezettelt zu haben. Aus Rache, "weil ich mich inzwischen nach Österreich orientiert habe und nun nicht mehr auf die Kinder aufpassen kann", sagte er. Ständig erfand er neue Alibis zur Tatzeit. Einmal habe er sich außer Landes befunden und in Kitzbühel Autogrammkarten verteilt. Dann wieder habe er am Schweriner Filmfestival teilgenommen. Das Gericht bewertete beide Versuche, sich reinzuwaschen, als unglaubwürdig.

Da Sven B. die Tat bestritt, mussten seine Opfer als Zeugen gehört werden. Das Gericht glaubte ihnen. Es billigte ihnen den Anspruch auf Schmerzensgeld zu, der nun in einem Zivilprozess durchgesetzt werden soll. An der Urteilsverkündung nahmen auch die Go-Go-Girls aus dem Video teil, das Sven B. nach seinem kurzen Auftritt bei DSDS drehte. Der Clip kursiert im Internet. "Ich bin der Robin Hood der Liebe. Man nennt mich dArtagnan dAmour", singt er darin, tanzt und räkelt sich in eindeutigen Posen. Sven B. bezeichnet sich als selbständigen Eventmanager. Einen Beruf hat er nicht erlernt. Gegen das Urteil kann er innerhalb einer Woche Revision einlegen.

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