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Lokales

18. November 2017 | 18:38 Uhr

Minister promotet Windkraft

vom

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2011 | 06:53 Uhr

Pritzwalk/Pirow | Brandenburg gilt als bestes Bundesland im Bereich der erneuerbaren Energien. Angeführt wird die Branche von der Windkraft: Seit 2001 hat sich die Leistung der Windräder mehr als vervierfacht und Brandenburg damit bundesweit auf Platz zwei gebracht. Die Prignitz spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle, denn hier gibt es nicht nur wachsende Windparks, sondern mit dem Zahnradwerk Pritz walk einen Zulieferer für die Windradindustrie. Davon überzeugte sich gestern Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers (Linke) auf seiner "Energietour 2011".

Das Pritzwalker Unternehmen fertigt Zahnräder und Wellen für Getriebe von Windkraftanlagen. Doch obwohl die Energieform boomt, sind die Aufträge rückläufig, wie Junior-Chef Maximilian van de Loo betont: "Vor vier Jahren waren etwa 35 Prozent unserer Produktion für die Windenergie. Heute sind es nur noch 15 Prozent." Zwischenzeitlich hatte sich die Lage für das Werk derart zugespitzt, dass Kurzarbeit notwendig wurde. Ende Februar konnte sie wieder beendet werden.

Voller werdende Auftragsbücher seien ein Zeichen, dass der wirtschaftliche Aufschwung die Prignitz erreicht habe. Mittlerweile sucht das Unternehmen gar wieder Fachkräfte. "Vor allem weil ältere Mitarbeiter in Rente gehen", sagt van de Loo. 333 Mitarbeiter einschließlich der Auszubildenden beschäftigt der Pritz walker Betrieb. Was an Aufträgen aus der Windenergiebranche weggebrochen sei, machen jetzt die Branchen Bergbau und Bahnantriebstechnik wett.

Aus Christophers Sicht sei das Zahnradwerk ein Beispiel, wie sich erneuerbare Energien direkt auf die brandenburgische Wirtschaft auswirken. Geht es nach der Landesregierung, soll dieser Wirtschaftszweig weiter boomen. Das Ziel, im Jahr 2020 den Primärbedarf zu 20 Prozent mit erneuerbaren Energien abzudecken, werde in jedem Fall erreicht, betonte kürzlich Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Minister Christophers kündigt an, weitere Windeignungsgebiete auszuweisen.

Nicht überall stoßen diese Pläne auf Gegenliebe. Erste Prignitzer Gemeinden lehnen einen Ausbau bestehender Windparks oder höherer Anlagen ab. Auch deshalb werbe der Minister auf seiner Tour um Verständnis. Nach dem Zahnradwerk besuchte er noch den Windpark Pirow.

Brandenburg setzt nicht nur der Umwelt zuliebe auf neue Energietechnologien - die Branche schafft auch Arbeitsplätze. Inzwischen sind rund 12 000 Menschen laut Ministerium in Industrie, im Handwerk und auf dem Dienstleistungssektor beschäftigt. "Wir müssen verträgliche Kompromisse für die Erzeugung erneuerbarer Energien finden", so Ralf Christoffers.


Windkraft im Landkreis

In der Prignitz gibt es aktuell 481 Windräder. Auf den ausgewiesenen Windeignungsgebieten sind insgesamt 494 Anlagen genehmigt. Geplant seien 32 weitere Windräder, für die es aber noch keine Genehmigung gibt. Größere Windparks gibt es unter anderem in den Gemeinden Karstädt und Plattenburg sowie im Raum Pritzwalk. (Quelle: Landkreis)


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