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Lokales

19. August 2017 | 03:55 Uhr

Mini- und XXL-Buch

vom

Rostock | Beim morgigen Tag des offenen Denkmals finden sich zwei Besonderheiten in dem 22 Punkte enthaltenen Programm. Zum ersten Mal ist von 10 bis 17 Uhr nach fast zehn Jahren ins Wollmagazin - Michaeliskloster in der Altbettelmönchstraße 4 geöffnet. Um 10 und 13 Uhr gibt es dort eine fachliche Führung mit Wolfgang Fehlberg zu kostbaren Schätzen der Sondersammlung. Unter anderem wird das im ausgeklappten Zustand 1,66 Meter lange Buch von Bernhard von Breydenbach gezeigt. 1483/85 reiste der Mainzer Domherr von Breydenbach mit einer kleinen Pilgergruppe ins Heilige Land. Im Gefolge befand sich der Glasmaler und Holzschneider Erhard Reuwich aus Utrecht, der nach eigenen Skizzen und Vorlagen 28 beeindruckende Holzschnitte zu Illustration dieses Pilgerberichtes angefertigt hat. Die größte Ansicht mit den 1,66 Metern zeigt Venedig, von wo aus regelmäßig zweimal im Jahr Pilgerschiffe ins Heilige Land fuhren.

Führung zu einem Ort der letzten Reise

Das kleinste Buch der Sammlung ist ein Mecklenburgisches Kursbuch von 1886 mit einer Breite von 52 und einer Höhe von 72 Milimetern. "Es enthält sämtliche Eisenbahn-, Post- und Dampfschiffverbindungen in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz", sagt Mitarbeiter Wolfgang Fehlberg. Das Minikursbuch kostete damals 20 Pfennig. Fehlberg fand heraus, dass die Fahrzeit zwischen Berlin und Rostock vor 134 Jahren vier Stunden und 20 Minuten betragen hat. "Das ist heute mit drei Stunden und 51 Minuten nur unwesentlich kürzer", vergleicht er.

In diesem Jahr wurde extra zum Tag des offenen Denkmals ein Flyer herausgegeben, der zur Geschichte des Michaelisklosters informiert. Das Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben ist zwischen 1480 und 1502 errichtet worden. Im Vorgängerbau in unmittelbarer Nähe des heutigen Michaelisklosters entstand die erste Druckerei Mecklenburgs. 1560 wurde das Fraterhaus an die Universität übergeben. Es wurde danach als Korn- und Zeughaus, als Wollmagazin, Bauhof und Umspannwerk genutzt. Bei den Bombenangriffen 1942 ist das Gebäude ausgebrannt. 1956 wird der Ostteil des Gebäudes wieder als Kirche aufgebaut, der Westteil bleibt vorerst ein Provisorium und wird zwischen 1992 und 1999 erneut aufgebaut. Seit dem hat hier die Universitätsbibliothek mit ihren Sondersammlungen ihr Domizil.

Angepasst ans diesjährige Motto Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr, Schiffe, Schienen und Schönes" ist der Verschönerungsverein mit einem besonderen Angebot dabei. Er stellt die 1831 eingeweihte erste kommunale Begräbnisstätte Rostocks, den ehemaligen Alten Friedhof und heutigen Lindenpark als "Ort der letzten Reise" vor. Erläutert werden dabei die Entwicklung des Friedhofes und die Geschichte einiger hier bestatteter Familien.

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erstellt am 10.Sep.2010 | 07:58 Uhr

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