Millionenspritze: Rostock rettet den FC Hansa

Die Hansa-Fans machten gestern auf dem Neuen Markt in Rostock mobil: Lautstark forderten sie das Ja der Bürgerschaft zum Rettungspaket. dapd, Stefan Homann
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Die Hansa-Fans machten gestern auf dem Neuen Markt in Rostock mobil: Lautstark forderten sie das Ja der Bürgerschaft zum Rettungspaket. dapd, Stefan Homann

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09. Mai 2012, 10:09 Uhr

Rostock | Die Insolvenz des FC Hansa ist seit gestern vorerst abgewendet. Die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock hat einem Hilfspaket für den Fußball-Zweitligisten mit großer Mehrheit zugestimmt.

5000 Fans haben direkt vor dem Rostocker Rathaus diese Nachricht mit Jubelgesängen, Freudentränen und großer Erleichterung gefeiert. "Hier regiert der FCH!" und "Hansa forever" hallte es durch die Rostocker Innenstadt. Schon eine Stunde vor der Sitzung der Bürgerschaft hatten die Anhänger sich auf dem Neuen Markt versammelt. Unter ihnen der Vorstand des Clubs, die Mannschaft und der Trainerstab. Alle hatten die Abstimmung der 45 anwesenden Mitglieder der Bürgerschaft mitverfolgt und auf das positive Ergebnis gehofft. "Ich freue mich über den positiven Ausgang dieser Abstimmung und bedanke mich im Namen des gesamten Vereins bei der Rostocker Bürgerschaft", sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann. Er hatte kurz vor der Sitzung eine Unterschriftenliste übergeben, auf der 25 000 Bürger unter dem Motto "Ja zum FCH" Solidarität bekundet haben.

Der Rettungsschirm sieht vor, dem Verein einen Teilerlass der 4,5 Millionen Euro Steuerschulden in Höhe von rund 680 000 Euro zu gewähren. Zudem soll es eine direkte Finanzspritze von 750 000 Euro geben. Außerdem soll die Stadt das Trainingszentrum des Vereins zurückkaufen. Dem Teilerlass müssen neben der Stadt allerdings auch das Land Mecklenburg-Vorpommern und zwei Banken zustimmen.

Bei einer Ablehnung durch die Bürgerschaft hätte Hansa die Zahlungsunfähigkeit und der damit verbundene Zwangsabstieg ins Amateurlager gedroht. Viele Bürgerschaftsmitglieder machten in der Debatte deutlich, dass sie mit Bauchgrimmen dem Paket zustimmen werden. Denn nicht nur der Verein ist hoch verschuldet, auch die Stadtkasse drücken derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von rund 350 Millionen Euro. Die Redner wiesen auf die schlechte Ausstattung von Schulen oder Kitas oder auch fehlende Jugendprojekte hin.

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