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Lokales

12. Dezember 2017 | 22:29 Uhr

Millionen-Investition in Wismar

vom

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2010 | 05:50 Uhr

Nordwestmecklenburg | Wismars Stadtgeschichte wird seit ein paar Tagen in Kartons verpackt. In kleine Pappkartons und große Holzkisten passen Zeugnisse der Schwedenzeit, Spuren von Klaus Störtebeker und Gemälde der Briesemannschen Sammlung. Vor dem Stadtgeschichtlichen Museum der Hansestadt stehen Umzugswagen. Das Schabbellhaus und die Schweinsbrücke 6 werden leergeräumt. Die geschichtsträchtigen Häuser sollen vom Keller bis zum Dach saniert werden.

Bis am 1. Juni die Bauarbeiter beginnen können, müssen Béatrice Busjan und ihre Mitarbeiter erst einmal alle 3000 Objekte sicher verstauen. "Das geht von kleinen Münzen bis zum zwölf Quadratmeter großen Wandteppich", sagt die Direktorin des Stadtgeschichtlichen Museums. "Entweder kommen die Exponate in unsere Magazine, oder wir verteilen sie in öffentliche Räume, wenn es geht." Besonders kräftig zupacken mussten die Möbelpacker bei zwei gusseisernen Glocken: 100 Kilogramm schwer. Sie zogen vom Schabbellhaus in die St.-Marien-Kirche.

Zehn Millionen Euro sollen in den nächsten vier Jahren in die Rundumerneuerung der Baudenkmale fließen. Das Geld wird zum großen Teil vom Welterbefond des Bundes zur Verfügung gestellt. "Alles ist sanierungsbedürftig", sagt Béatrice Busjan. "Es bleiben nur die denkmalpflegerisch bedeutenden Bauteile erhalten, und davon haben beide Häuser eine Menge." Das Schabbellhaus wurde ab 1596 errichtet und im Inneren nochmals im 16. Jahrhundert umgebaut, kostbare Wandmalereien zeugen davon. Der Dachstuhl der Schweinsbrücker 6 nebenan ist sogar aus dem 14. Jahrhundert. Das bleibt, während der Rest erneuert wird.

Seit zehn Jahren laufen die Planungen für die Sanierung der beiden geschichtsträchtigen Häuser in der Hansestadt. Wie dringend diese ist, war spätestens im November 2008 klar. Damals sackte eine Decke ab und die Museumsmitarbeiter mussten die Büros von einem Tag auf den anderen räumen. "Eines morgens stand der Kopierer im Büro schief", erzählt die Direktorin. Ein Statiker schaute sich die Decken an. Dann war klar: Die Büros können nicht mehr betreten werden. Beide Gebäude müssen daher zu allererst statisch gesichert werden.

Wenn das Museum 2014 wieder eröffnet, hat sich die Ausstellungsfläche verdreifacht. "Wir stellen neu erforschte und restaurierte Objekte vor", sagt Museumsdirektorin Busjan. Die Sonderausstellung zum Dornier Flugzeugbau wird dann beispielsweise fester Bestandteil. Die Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert wird gerade als Sonderausstellung geplant.

Auch sie wird ab 2014 dauerhaft zu sehen sein. "Wir müssen in den nächsten Jahren die Bestände aufarbeiten", erklärt Béatrice Busjan. Es müsse viel restauriert werden. "Da haben wir einen Stau." Deshalb werde es auch keine provisorische Dauerausstellung geben. Besucher haben am 30. Mai die letzte Chance das Schabbellhaus zu besichtigen. Von 10 bis 17 Uhr öffnet das leer geräumte Museum seine Pforten.

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