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Lokales

23. November 2017 | 08:46 Uhr

Mieter müssen mehr zahlen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 07:43 Uhr

wittenberge | Wer im Bürgerzentrum neben der Jahnschule Räumlichkeiten nutzt, soll ab dem 1. Juli tiefer in seine Taschen greifen. Die Kommune will die Entgelte anheben. Grundlage sind die tatsächlichen Bewirtschaftungskosten für die Begegnungsstätte in den ersten drei Monaten, erklärt Constanze Stehr, im städtischen Hauptamt zuständig für den sozialen Bereich.

Während der jetzt noch gültigen Entgeltordnung - das Wort Miete wäre falsch wegen der Fördermittel, die in dem Haus stecken - nur eine reine Schätzung zu Grunde liegt, sind jetzt die Verbrauchszahlen auf dem Tisch. "Wir haben die Bewirtschaftungskosten aus den ersten drei Monaten nach Inbetriebnahme im Herbst des vergangenen Jahres ins Verhältnis gesetzt zu den Einnahmen des Begegnungszentrums", erklärt Stehr. Das hat sie so auch den Mitgliedern im Sozialausschuss am Montagabend erläutert.

Fakt ist, die Kommune ist mit ihren ersten Entgeltschätzungen sehr niedrig herangegangen. Die Realität hat die Stadt als Hausherren und diejenigen, die hier ihre Veranstaltungen anbieten, eingeholt: Heizung, Versicherung, Telefon, alles hat seinen Preis, treibt die Mieten, oder richtiger Entgelte , nun in die Höhe. Die Anhebung zum 1. Juli ist, wenn sie denn von den Stadtverordneten beschlossen wird, eine erste, aber sicher nicht die letzte Veränderung. "Wenn wir die Betriebskosten des gesamten Jahres vorliegen haben, werden wir erneut rechen müssen", sagt Stehr.

Zu jenen, die als Dauernutzer im Bürgerzentrum eine Heimstatt gefunden haben, gehört die Freiwilligenagentur. Deren Vertreter machen sich Sorgen, wie das Geld aufzubringen ist; es geht nicht um das Neue, Höhere. Es sei eine grundsätzliche Frage, sagt Werner Brandt, als er als Mitglied im Sozialausschuss dieses Problem am Montagabend vorträgt. Von dem Fördergeld, das eigentlich für den Deutschunterricht gedacht sei, den Ehrenamtler Migrantinnen geben, müsse eine Summe für Miete abgezwackt werden. Das sei doch nicht Sinn und Zweck der Sache.

Eine Lösung für dieses Problem gebe es natürlich: Laut zu beschließender Entgeldordnung kann die Hauptamtsleiterin in Ausnahmefällen das Geld erlassen.

Die Freiwilligenagentur ist Dauernutzer eines Raumes, "da können Sie sich sicher vorstellen, wie meine Entscheidung ausfallen würde", reagiert Waltraud Neumann in der Sozialausschusssitzung auf einen entsprechenden Vorstoß von Abgeordneten.

"Es ist schwierig. Wir haben die Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit und für die sozialen Aspekte zu übernehmen", positioniert sich der UBG-Abgeordnete Lutz Dieckmann. Unbestritten ist, "dass wir in dem Haus ein Angebot an Breite und Vielfalt haben, wie es so schnell kaum zu erwarten war", so der Ausschussvorsitzende Wolfgang Strutz. Er hebt damit verbunden das Wirken von Hausmanagerin Doreen Schulz vom SOS-Beratungszentrum hervor. Strutz plädiert dafür, "dass wir uns die freien Träger, die in dem Haus wirken, genauer ansehen". "Haben wir potenzielle Träger darunter, die auch finanziell stark sind, sollten wir das nutzten." Wichtig ist bei allen Veränderungen, darin war sich der Ausschuss einig, dass der Treff nach wie vor seiner sozialen Funktion gerecht werden kann.

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