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Lokales

19. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Miese Bedingungen im Urlaubsparadies

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2010 | 07:38 Uhr

Nordwestmecklenburg | Das Ostseebad Boltenhagen ist nach Selmsdorf die zweitreichste Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg. Urlauber können dort die schönste Zeit des Jahres direkt am Meer verbringen. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung müssen dagegen in dem Ostseebad unter fast schon erbärmlichen Bedingungen arbeiten. An der Fassade des Gemeindebüros platzt weiße Farbe ab. Der Putz bröckelt. Das Dach ist undicht. "Wir haben hier in mehreren Räumen Nässebefall. Zum Beispiel hier bei mir im Büro, dann im Bauamt, im Einwohnermeldeamt, im Ordnungsamt und auch im Liegenschaftsamt", sagt Bürgermeister Olaf Claus.

Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren, ist dementsprechend schlecht gedämmt. "Jetzt, als es so warm war, die drei, vier Wochen, da hat man es hier kaum drin ausgehalten. Das ist eine Katastrophe. Und wenn man denn von 7 bis 18 Uhr im Haus ist, ja, dann ist man geschafft. Jetzt nicht nur vom Bürger her, das macht allein die Hitze, weil es zu warm drin ist", sagt Kai-Uwe Gürcke. Er arbeitet im Bürgerbüro.

Im Winter dagegen, da wird es kalt. Richtig kalt sogar. Zwölf Grad Celsius sind keine Seltenheit. Doch nicht nur für die zehn Verwaltungsmitarbeiter sind die Bedingungen schlecht. Auch für die Einwohner. Vor allem für Behinderte und Rollstuhlfahrer. Denn die Verwaltung sitzt im ersten Obergeschoss. Einen behindertengerechten Zugang gibt es nicht.

Bürgermeister Olaf Claus wünscht sich seit langem ein neues Verwaltungsgebäude. Eines, das wie das Kurhaus, einem Ostseebad würdig ist. Und ein Büro, mit neuen Möbeln. So eins, wie Kurdirektor Dieter Dunkelmann hat. "Bisher war für die Gemeindevertreter immer wichtig, den Tourismus voranzubringen und alles dafür zu tun, dass der Gast sich hier wohl fühlt. Aber es ist sicher auch mal daran zu denken, dass die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in Boltenhagen den heutigen Anforderungen entsprechen", sagt Claus. Am Geld dürfte es nicht liegen. Dank der vielen Touristen ist das Ostseebad nach Selmsdorf die zweitreichste Gemeinde, hat immerhin Rücklagen in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

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