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Einstiges Musterdorf soll im DDR-Zustand erhalten bleiben : Mestlin: Zukunft als DDR-Museumsdorf?

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Vom einstigen DDR-Musterdorf zum DDR-Museumsdorf? Geht es nach Mestlins Gemeindevertretern, könnte der Ort sich bald mit dem Titel schmücken. Ein entsprechender Entwurf wurde jetzt beschlossen.

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erstellt am 18.Apr.2011 | 04:00 Uhr

Mestlin | Vom einstigen DDR-Musterdorf zum DDR-Museumsdorf? Geht es nach Mestlins Gemeindevertretern, könnte der Ort sich bald mit dem Titel schmücken. Sie beschlossen jetzt den Entwurf einer entsprechenden Denkmalbereichsverordnung.

Die Idee hatten die Vertreter der Wählergruppe Bündnis für Mestlin (BfM). Sie wollen große Teile des Dorfes in einen denkmalgeschützten Bereich verwandeln. "Noch ist der alte Zustand aus DDR-Zeiten erhalten. Dies ist fast einmalig und hat eine nationale Bedeutung. Das ist eine Chance für Mestlin", argumentierten die Befürworter. Bereits unter Schutz stehende Gebäude wie Kulturhaus, Schule, Kindergarten, Landambulatorium und die angrenzenden Wohnhäuser des Marx-Engels-Platzes würden dann um weitere Flächen ergänzt. Hinzu kommen sollen die Bereiche der Parchimer Straße, der Ernst-Thälmann-Straße und der Lindenstraße 2 sowie des Rudolf-Harbig-Sportplatzes. Die entsprechende Verordnung soll nun die Untere Denkmalbehörde erarbeiten.

Es gibt aber auch kritische Stimmen. Verena Nörenberg-Kolbow von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWM) wünscht sich, die in diesem Bereich wohnenden Menschen mit in die Entscheidung einzubeziehen. Die Ini tiatoren lehnen das ab. Sie argumentieren, die gewählten Gemeindevertreter könnten auch allein entscheiden. "Emotionen sind bei diesem Thema nicht angebracht und es allen Recht zu machen, ist auch nicht leicht", sagt Torsten Kort (UWM). Andere Gemeindevertreter befürchten, dass das Tor weit geöffnet werden könnte für Eingriffe der Denkmalbehörden in Gemeindeangelegenheiten. Beispiele seien das Mitspracherecht der Ämter in Sachen Fenstersanierung, Materialfragen und Farbgestaltung.

Bürgermeister Uwe Schultze wiegelt ab. Zuerst gehe es nur um den Auftrag für den Entwurf einer Denkmalbereichsverordnung. Damit sei noch nichts weiter bestimmt: "Wenn der Entwurf vorliegt, dann können wir immer noch entscheiden, welche Änderungen wir in der Verordnung wünschen und damit ist das Mitspracherecht gewährleistet. Außerdem können wir später immer noch eine Einwohnerversammlung durchführen", versucht Schultze die Kritiker zu besänftigen.

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