Messer in den Rücken gestoßen

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09. April 2010, 07:09 Uhr

Schwerin | Eine Woche lang wusste Silke Berger* nicht, wo ihr Bruder steckt. Dass der 62-Jährige Opfer eines Messer angriffs wurde, im Krankenhaus lag und nicht sprechen konnte, erfuhr sie erst später. Mitten in Schwerin war der Mann im vorigen Oktober überfallen worden, abends, als er vom Einkaufen kam. Das Messer traf ihn in den Rücken. Er lag bereits am Boden, als es Tritte und Schläge hagelte. Die Angreifer nahmen ihm die Geldbörse ab - mit 65 Euro und seinen Papieren. Gestern begann vor dem Schweriner Landgericht der Prozess gegen die drei mutmaßlichen Täter. Sie sind zwischen 25 und 34 Jahre alt und sitzen in Untersuchungshaft.

Kurz nach dem Überfall auf den 62-Jährigen sollen sie auch noch einem 27-jährigen Passanten das Messer in den Rücken gestoßen haben. Beraubt wurde der junge Mann nicht. Aber er leide noch heute unter Angst, sagt seine Anwältin Christine Habetha.

Zu den Vorwürfen wollen die Angeklagten vor Gericht nichts sagen. Vor allem für den 26-jährigen Thomas K. steht viel auf dem Spiel. Er ist als Gewalttäter vorbestraft. Ein Gutachter soll prüfen, ob er gefährlich für die Allgemeinheit ist und Sicherungsverwahrung infrage kommt. Dann müsste er unbefristet lange in Haft bleiben. Der 27-Jährige wird als Zeuge aussagen. Der 62-Jährige ist dazu nicht in der Lage. Er ist seit dem Überfall gelähmt, kann noch immer kaum sprechen und muss betreut werden. Seine Schwester beobachtet den Prozess. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.

*Name geändert

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