Messen für den Wetterdienst

Christa Meier misst den gefallenen Neuschnee. Sie beobachtet ehrenamtlich das Wetter. Roswitha Spöhr
Christa Meier misst den gefallenen Neuschnee. Sie beobachtet ehrenamtlich das Wetter. Roswitha Spöhr

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01. Februar 2010, 09:45 Uhr

Brüel | Das Frühjahr kommt in diesem Jahr ziemlich spät, vermutet Christa Meier. Die Brüelerin hat seit 28 Jahren eine eigene Wetterstation in ihrem Garten. Sie gehört zu den Frauen und Männern, die ehrenamtlich das Wetter beobachten. Eigentlich lässt sich Christa Meier auf keine Prognose ein. Denn für den Deutschen Wetterdienst misst sie die Niederschlagsmengen und davon könne man keine Prognose ableiten, sagt sie.

Jeden Tag, im Sommer um 7.50 Uhr, und jetzt im Winter, um 6.50 Uhr, geht sie in ihren Garten zur kleinen Station. Licht spendet ihr bei dem Gang in die Dunkelheit eine kleine Taschenlampe. "Jetzt ist der Niederschlag ja gefroren. Deshalb tausche ich den Behälter aus und lasse das Wasser langsam im Schuppen auftauen. Damit nichts verdunstet", erklärt sie. Gemessen werden auch die Schneemenge und die Höhe des Neuschnees. Für Letzteres hält ihr Mann Tag für Tag eine Fläche schneefrei.

Die Messdaten schreibt Christa Meier in ein Tagebuch: wie viel und welcher Art Niederschlag gefallen ist und in welchem Zustand sich der Erdboden befindet. Aber auch weitere Wettererscheinungen beobachtet sie ganz genau und notiert sie wie Nebel oder Dunst, Eisglätte, Sturm oder Gewitter. Einmal im Monat übermittelt sie dann die Daten an den Wetterdienst.

Seit 1985 schreibt Christa Meier zudem ein Wettertagebuch. Ganz für sich. Und so kann sie belegen, dass am 17. Januar 1988 Schneeglöckchen blühten und Primeln trieben. "1988 blieb das gesamte Jahr über milde", weiß sie. 1996 dagegen gab es einen extremen Winter. "Am 6. Februar war das Erdreich bis 1,30 Meter gefroren", weiß sie aus ihren Aufzeichnungen. Bis Anfang April gab es in dem Jahr zeitweise Schnee und Frost. Lange gehalten hat sich auch 2005 die weiße Pracht. "In dem Jahr gab es vom 4. bis zum 15. März nochmal Schnee", sagt sie. Der jetzige Winter ist eigentlich nicht ungewöhnlich, so Christa Meier. "Nur, dass es solange ohne Unterbrechung so kalt ist, das haben wir nicht so oft", sagt sie. Der Brüeler Bach ist auf weiten Teilen zugefroren, auch das hat sie selbst bisher nur einmal erlebt.

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