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Lokales

18. August 2017 | 01:29 Uhr

Messe mit nachhaltiger Wirkung

vom

Mühlengeez/Parchim | Fast 70 000 Besucher wurden auf der 20. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau (MeLa) bis gestern Abend gezählt. Auch aus dem Landkreis Parchim pilgerten die Besucher nach Mühlengeez auf das rund 123 000 Quadratmeter große Gelände.

Zum 18. Mal war die Landtechnikfirma Schmidt & Co. aus Greven dabei. Was bedeutet diese Ausstellung für die Firma und deren rund 40 Mitarbeitern? Bernd Schmidt sagt dazu, dass die Präsentation der eigenen Möglichkeiten gepaart mit dem Erfahrungsaustausch den Reiz dieser Messe ausmacht. "Man ist direkt vor Ort mit seinen Kunden und den Verbrauchern zusammen und pflegt die Kontakte", so der Geschäftsführer. "Das Besinnen auf die eigene Produktion hat sich bewährt. Wir erleben sehr viel Zuspruch", bestätigt Schmidt. Seine Gesprächspartner kommen aus den Regionen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Sogar aus Lettland gab es Interesse. Im Mittelpunkt seines Messeauftritts steht die Ersatzteilaufbereitung.

In Technik und Ausbildung investiert

Dies ist für den Landwirt weit kostengünstiger, als eine Neuanschaffung und die Grevener sind derzeit nach eigenen Angaben die einzigen im Land mit diesem Service. Um dies anbieten zu können, bedarf es mehrerer Voraussetzungen. So hat das Unternehmen mehrere Zehntausend Euro in zusätzliche Technik investiert und vor allem Mitarbeiter qualifiziert. "Wir bilden unsere Lehrlinge selber aus", sagt Schmidt. Auch wenn die Messe gestern zu Ende ging, hinterlässt sie Spuren. Nun müssen die Informationsblätter ausgewertet und Anfragen bearbeitet werden.

Auch Bäcker Helmuth Lau aus Lübz ist kein Neuling auf der MeLa. Zum vierten Male wirbt er für das traditionelle Handwerk. "Wichtig ist, dass wir nicht aufbacken wie im Discounter, sondern unser Handwerk verstehen und selber mit den Zutaten den Teig herstellen, kneten, formen und backen", betont der Meister. Auf der MeLa kommen er und seine Kollegen (118 sind auf der Messe vertreten) vor allem auch mit den regionalen Landwirten zusammen. "Wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen, wollen gemeinsam agieren", betont der Geschäftsführer der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V. Heinz Essel. "Die Landwirte bauen neue Getreidesorten an, wir testen das Mehl, prüfen wie es sich verbackt und geben diese Information wieder an die Bauern", sagen die Bäcker. In der Bäckerei Lau, die seit 100 Jahren besteht, arbeikten 40 Mitarbeiter. Hier werden 40 verschiedene Sorten gebacken, darunter das Jubiläums-, das Bier- und das Joghurtbrot.

Messe als Testgelände für neue Produkte

"Die MeLa ist für die Severiner Landpute eine willkommene Möglichkeit neue Produkte bei regionalen Verbrauchern zu testen", sagt Frank Kremer. Die Kartoffelputen-Knacker oder die Kartoffelputen-Rotwurst konnten in diesem Jahr von den Messebesuchern probiert und auch gekauft werden. "Die Verbraucher geben uns wertvolle Hinweise, sodass wir unsere Produkte anschließend noch verfeinern können", sagt Kremer. "Wir stehen für ein Handwerk mit regionaler Produktverarbeitung und alles ist typisch hausgemacht", betonen nicht ohne Stolz die Mitarbeiter am Stand. Das Fleisch liefern die Severiner und die Kartoffeln kommen aus Hagenow. Nach der Produktvorstellung geht es ins Land, hinaus auf die Märkte und die Läden.

Neben der Ernährungsbranche kommen die Viehzüchter und die Tierliebhaber auf dieser Messe auf ihre Kosten. Einer von 535 Tierausstellern ist Claus Pfeiffer aus Mestlin. Er betreibt seit 1992 Viehhandel sowie Stall- und Weidetechnik.

Die kleinste Rinderrasse Europas auf der Mestliner Weide

Und als Hobby hält er die kleinste Rinderrasse Europas, die Dexter aus Irland. "Das sind Tiere, welche nicht für die Massenhaltung gedacht sind, eher für den Familiehof", so Pfeiffer. Es handelt sich um eine Kreuzung zwischen irischen Bergrindern und den Kerry-Rindern. Vor allem werden diese sehr robusten Tiere, die in ihrer Haltung relativ anspruchslos sind, für die Fleisch- und Milchproduktion genutzt. In Deutschland nimmt die Haltung der Rasse vor allem bei Landwirten im Nebenerwerb immer weiter zu und so ist Claus Pfeiffer ein gefragter Gesprächspartner.

Ein ganz anderes Tier dagegen ist für Reinhard Neumann von Nutzen, es ist die kleine Honigbiene. Der Imker aus Plau-Quetzin ist das 18. Mal auf der Messe in Mühlengeez. "Die Kontaktpflege zu anderen Imkern und vor allem zu Landwirten, ist mir wichtig", so Neumann. "Vor allem im Juli und August fehlt es an blühenden Pflanzen wie Sonnenblumen, Weiß- und Rotklee", beklagt der Experte. Ohne Bienen wäre die Menschheit arm dran. Durch die fleißigen Insekten werden immerhin rund 80 Prozent der Obstbäume bestäubt. In einer Minute fliegt eine Biene etwa zehn Blüten an, 20 000 Bienen leben in einem Volk und so werden pro Tag bis zu 60 Millionen Bestäubungen durchgeführt. "Dadurch, dass die Biene in diesem Jahr das Tier der MeLa ist, erhoffen wir uns mehr Aufmerksamkeit bei Bauern und Verbrauchern", so Neumann.

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erstellt am 19.Sep.2010 | 03:58 Uhr

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