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Haft- und Bewährungsstrafen für Hauptangeklagte aus Güstrow : Menschenraub-Prozess: Landgericht fällt Urteile

vom

Das Landgericht Rostock sprach am Freitag das Urteil im so genannten Menschenraub-Prozess. Der 23-jährige Hauptangeklagte Hovhannes G. erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2011 | 08:45 Uhr

Rostock/Güstrow | Das Landgericht Rostock sprach gestern das Urteil im so genannten Menschenraub-Prozess. Der 23-jährige Hauptangeklagte Hovhannes G. erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Semir H. (23) wurde zu zwei Jahren auf Bewährung und Alexander K. (24) zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Beide müssen zudem Schmerzensgeld von je 300 Euro an ihr Opfer Maik A. (21) aus Sabel zahlen. Das Gericht befand die Angeklagten des besonders schweren Raubes in Tateinheit mit besonders schwerer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung für schuldig. Es ging jedoch von einem "minderschweren Fall" aus.

Die Angeklagten hatten gestanden, am Abend des 5. März 2009 ihr Opfer geschlagen und anschließend in ein Waldstück bei Gülzow gefahren zu haben (SVZ berichtete). Hier hatte Hovhannes G. unter Androhung von Gewalt von Maik A. 6000 Euro verlangt und für den Fall, dass er Anzeige erstatte, gedroht, ihn selbst lebendig zu begraben sowie seine Mutter und seine Freundin umzubringen. Da das Opfer nicht über 6000 Euro verfügte, behielt der Angeklagte das Auto des Geschädigten für sich.

In hohem Maße kriminell und aggressiv gehandelt

Die Urteile wurden gestern mit großer Spannung erwartet, denn der Anklagevertreter hatte für Hovhannes G. eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten und für Semir H. fünf Jahre Haft gefordert. Für Letzteren war das gestrige Urteil offensichtlich sehr milde: Er konnte es kaum fassen, schlug die Hände vors Gesicht und musste mit den Tränen kämpfen. Dass die Angeklagten ein Geständnis ablegten, wurde zu ihren Gunsten gewertet. Ihr brutales Vorgehen und die erhebliche psychische Belastung des Opfers als strafverschärfend. Der Vorsitzende Richter bezeichnete Hovhannes G. als Initiator der Tat, der im hohen Maße kriminell und aggressiv handelte. Er sprach die Hoffnung aus, dass Semir H. seine Tischlerlehre beendet und Alexander K. als Dachdecker seinen Weg macht.

Die Staatsanwaltschaft überlegt, die Einschätzung "minderschwerer Fall" anzufechten. Die Angeklagten wollen die Urteile annehmen.


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