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Meister Adebar bezieht in Gaarz gefährliches Quartier

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erstellt am 03.Mai.2010 | 08:31 Uhr

Gaarz | Aufregung in Gaarz (Amt Lenzen-Elbtalaue): Mit schwerer Technik rücken Monteure eines Perleberger Elektrobauunternehmens an und errichten einen Mast mit Nisthilfe für den Weißstorch. Eigentlich nichts Ungewöhnliches möchte man meinen. Für die Gaarzer schon, denn seit einigen Tagen hat man ein Storchpärchen im Ort zu Gast. "1982 hat hier das letzte Mal ein Storch gebrütet. Seitdem blieben hier die Vögel weg", erzählt Naturwächterin Marion Schlede.

Einen stürmischen Tag im April nutzten die beiden Vögel, um sich in dem kleinen Elbdörfchen unweit der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern niederzulassen. Allerdings suchten sich die Adebare ausgerechnet einen Elek tromast mit unisolierten, stromführenden Leitungen auf einer Wiese in der Dorfmitte als künftiges Domizil aus. Da dies nicht ungefährlich für Meister Langbein und die elektrische Anlage ist, erkannte auch Anwohnerin Annelene Pieschel, die sofort die Wemag informierte. Umgehend rückten Monteure im Auftrag des Energieversorgers an, beseitigten den Nestbauversuch und brachten stabförmige Abweiser, der die Störche an der Landung und damit Fortsetzung der Bauversuche hindern sollte, auf dem E-Mast an. "Eigentlich gehen sie dann auch nicht mehr darauf", weiß Marion Schlede zu berichten. Doch das Storchenpaar lies sich nicht beeindrucken. Kaum waren die Monteure wieder abgerückt, begann es erneut, nun noch intensiver mit dem Nestbau. Während das Weibchen mittlerweile mit dem Brüten anfing, holte Vater Storch weiter emsig Material heran. "Nach dem Naturschutzgesetz darf der Horst nun nicht mehr heruntergenommen werden. Das wird erst im Herbst passieren", so Marion Schlede. Was also tun?

"Die Telefone standen nicht still", erinnert sich Marcus Pankow von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Zusammen mit dem sich sehr kooperativ zeigenden Energieversorger, wie Pankow klarstellte, wurde schließlich eine Lösung gefunden. Ein Ersatznest in ungefährlicherer Lage sollte errichtet werden. "Die Eigentümerin des Grundstückes hat ihre Einwilligung aber noch vor der Unterschrift zurückgezogen", erklärt Marcus Pankow ein weiteres Hindernis. Unkompliziert bot Familie Pieschel, die ihr Grundstück wenige Meter neben dem betroffenen Mast hat, ihre Hilfe an und stellte ihr Grundstück für den neuen Mast zur Verfügung. "Wir haben uns gefreut, dass schließlich alles so unkompliziert abgelaufen ist", meint Alfred Pieschel, der nun hofft, dass der Ersatzmast mit Horstunterlage und ersten eingeflochtenen Knüppeln und Stöcken als Grundgerüst im kommenden Jahr von den Gaarzer Störchen angenommen wird. Hoffnung besteht aber schon jetzt: Im Umland wurde ein weiteres Weißstorchpärchen gesichtet.

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