Jahresbericht des Innenministeriums : Mehr Waffen in privater Hand als je zuvor

Ein Blick auf die Sportgeräte eines Sportschützen: Neben Pistole und Revolver stehen drei Gewehre im Waffenschrank.
Ein Blick auf die Sportgeräte eines Sportschützen: Neben Pistole und Revolver stehen drei Gewehre im Waffenschrank.

Der Jäger liebt die große Büchse, im Bewachungsgewerbe sind ausschließlich Kurzwaffen üblich. So geht es aus dem Waffenbericht für das Jahr 2010 hervor, den das Innenministerium am Dienstag vorgelegt hat.

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16. November 2010, 08:00 Uhr

Schwerin | Der Jäger liebt die große Büchse, im Bewachungsgewerbe sind ausschließlich Kurzwaffen üblich. So geht es aus dem Waffenbericht 2010 hervor, den das Innenministerium gestern vorgelegt hat. Demnach sind in Mecklenburg-Vorpommern derzeit mehr Waffen in privater Hand als je zuvor: 79 936 erlaubnispflichtige Schusswaffen befanden sich am Stichtag 30. September legal im Besitz von Bürgern des Landes, 1240 mehr als vor Jahresfrist.

Abgenommen hat unterdessen die Zahl der registrierten Waffenbesitzer: Sie ging seit Herbst 2009 um 169 Frauen und Männer auf 22 192 zurück. Das heißt: 13 von 1000 Bürgern haben Waffen. "Damit ist diese Zahl auf ein Niveau gesunken, das letztmalig vor etwa neun Jahren zu verzeichnen war", heißt es im Report des Ministeriums. Der Großteil derer, die über "Berechtigungen zum Erwerb von sowie zum Ausüben der tatsächlichen Gewalt über erlaubnispflichtige Schusswaffen" - so die offizielle Formulierung - verfügen, sind Jäger, 53 Prozent, gefolgt von der Gruppe der Sportschützen mit 41,3 Prozent sowie Wachdiensten. In den Waffenschränken hierzulande dominieren Langwaffen, rund 58 000 Flinten und Büchsen sind bei den Ordnungsbehörden registriert, zudem rund 22 000 Kurzwaffen wie Pistolen und Revolver. Dabei stellt das Ministerium fest: "Bei Jägern entfällt auf 5,8 Langwaffen eine Kurzwaffe, bei Sportschützen steht eine Kurzwaffe 1,3 Langwaffen gegenüber, Bewachungsunternehmen besitzen ausschließlich Kurzwaffen."

Der Kleine Waffenschein, der seit April 2003 für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen vorgeschrieben ist, wurde bislang 3071 Bürgern ausgestellt, 182 davon allein im zurückliegenden Jahr. Wie die Waffenbehörden beobachten, nutzen immer mehr ältere Menschen diese Möglichkeit zur Selbstverteidigung.

Darüber hinaus führt der Bericht "sehr viele Fälle des Missbrauchs" insbesondere mit Schreckschusswaffen an. Ordnungsämter und Polizei hatten im Berichtszeitraum 235 Bußgeldverfahren und 25 Strafanzeigen auf den Weg gebracht, 93 Personen wurde der Umgang mit Waffen und Munition komplett untersagt.

Bericht: Jährlich im Herbst

Einmal im Jahr legt das Innenministerium den Waffenbericht vor. Er basiert auf aktuellen Daten der Ordnungsbehörden, die für die Umsetzung des Waffenrechts zuständig sind. Keine Rolle spielen darin Waffen, die von Amts wegen getragen werden (Polizei) oder von wenigen Menschen, denen das Land eine besonders gefährliche Position attestiert und den Waffenbesitz genehmigt hat.

Zum Thema Waffenhandel und -herstellung heißt es in dem Papier: „Am 30. September gab es 49 Waffenhändler bzw.- hersteller mit Geschäftssitz in MV, diese betrieben 49 Hauptniederlassungen.“ Weitere Bezugsquellen für Waffen seien Versandhäuser, Großhändler, Händler außerhalb der Landesgrenzen und „zunehmend auch das Internet“.

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