Mehr Solarstrom aus Sonnenland MV

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20. November 2009, 11:11 Uhr

Blankenberg | Ein Solarpark mit 11 000 Modulen entsteht auf der früheren Mülldeponie in Blankenberg. Noch vor Jahresende soll er an das Netz gehen - mit einer Leistung von 1,1 Megawatt. Auch auf dem Dach der Brüeler Sporthalle soll in Kürze eine Anlage zur Erwärmung von Wasser installiert werden.

In Deutschland wird immer mehr Energie aus der Sonne gewonnen. So baut der Landkreis Nordwestmecklenburg gerade große Anlagen zur Warmwasseraufbereitung auf Sporthallen in Grevesmühlen und Gadebusch. Die Dächer auf den Gymnasien beider Städte verpachtete der Kreis an Unternehmen, die eigene Solaranlagen aufbauten. Und schon seit einigen Jahren liefert ein Solarkraftwerk auf der kreiseigenen Deponie Degtow bei Grevesmühlen Strom, errichtet von den Stadtwerken.

Im Land Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch große Reserven bei der Nutzung der Energie aus der Sonne, meint die Wissenschaftlerin Dr. Brigitte Schmidt, Geschäftsführerin der Solarinitiative MV mit Sitz in Wietow bei Wismar. Die Zahlen, mit denen das Land operiert, hält sie für irreführend: 40 Prozent des in Mecklenburg-Vorpommern verbrauchten Stroms stammen aus erneuerbaren Energien. Das Gros produzieren allerdings die Windräder. Dagegen gehört MV bei der Photovoltaik, gemessen nach der erzeugten Wattzahl pro Einwohner, zu den letzten fünf Bundesländern, so die Expertin.

Verschenktes Potenzial: Denn im Land gibt es die zweitbeste Sonnenstrahlung in ganz Deutschland, sagt Schmidt. Nur an der Zugspitze und in Freiburg kann man mehr Sonne tanken. Dagegen ist Usedom schlechthin die Sonneninsel Deutschlands. "Eine Solaranlage lohnt sich auf jedem Dach", meint Schmidt. Ihre Solarinitiative wirbt dafür, möglichst viele Häuselbauer für die so genannte "Aktie auf dem Dach" zu begeistern. "Photovoltaik ist auch etwas für Hartz IV", erklärt die Fachfrau. Man benötigt kein Eigenkapital, um eine solche Anlage auf dem eigenen Dach zu installieren. Die Kredite refinanzieren sich in zehn bis zwölf Jahren. Banken verlangen meist keine Sicherheit, weil die Anlage allein schon Sicherheit ist. Die Abnahme des Stroms zum festgelegten Preis ist über viele Jahre garantiert. Beim derzeitigen Stand der Technik gibt es mittlerweile auch für Dächer in Ost- und Westrichtung lohnenswerte Solaranlagen, so Schmidt.

Je später eine Anlage ans Netz geht, desto weniger erhält der Investor pro Kilowattstunde.

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