Mehr Betreuung, mehr Erzieher

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16. November 2009, 11:02 Uhr

Prignitz | Laut Koalitionsvertrag will die neue Landesregierung den Betreuungsschlüssel in den Kindertagesstätten verbessern. Demnach betreut künftig eine Erzieherin bzw. ein Erzieher sechs Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahre. Bei den Drei- bis Sechsjährigen kommen auf eine Erzieherstelle zwölf Kinder. Damit soll die Qualität der Bildungsarbeit in den Kindereinrichtungen verbessert werden. Die Landesregierung plant, dafür jährlich 33 Millionen Euro zusätzlich zu investieren.

Während der Koalitionsvertrag noch auf die Unterschriften harrte, reagierte die Perleberger Verwaltung bereits. Denn Veränderungen des Betreuungsschlüssels bedeutet zusätzliches Personal, betont Hans Rothbauer, Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes.

"Konkret sind es bei den städtischen Kitas rund 80 Stunden, die zusätzlich abgedeckt werden müssen, das entspricht zwei Vollbeschäftigten. Bereits im Vorfeld habe sich die Stadt in Abstimmung mit dem Personalrat einen Pool angelegt, in dem Bewerbungen gesammelt wurden, um beispielsweise bei längerer Krankheit einer Kollegin für einen schnellen Ersatz sorgen zu können. Auf diesen Pool werde man nun bei den voraussichtlich befristeten Einstellungen zurückgreifen. Der Personalschlüssel werde quartalsweise immer wieder neu berechnet, richtet sich danach, wie viele Kinder die Kita zu der Zeit besuchen.

In der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) soll zunächst mit einer Anhebung der Wochenstundenzahl reagiert werden. Derzeit arbeiten die 19 Erzieherinnen in den vier kommunalen Kitas und dem Hort in Teilzeit, reicht die Wochenarbeitszeit von 25 bis etwa 38 Stunden. Je nach Kinderzahl in den Einrichtungen soll die Arbeitszeit auf 40 Stunden erhöht werden. Reiche das nicht aus, werde es auch Neueinstellungen geben, war von Erika Giese, in der Gemeindeverwaltung verantwortlich für die Kindertagesstätten, zu erfahren.

In Wittenberge sind Neueinstellungen geplant, konkret zwei Erzieherinnen bzw. Erzieher für jeweils 30 Wochenstunden. 42 Erzieherinnen sind gegenwärtig in den drei kommunalen Einrichtungen tätig. Sie alle, so betont die stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann, arbeiten jeweils 30 Stunden pro Woche.

Allerdings sei der Markt an gut ausgebildeten Erziehern derzeit "ziemlich leer gefegt. Es wird scheinbar in ganz Deutschland dringend Erzieherpersonal benötigt", sagt Waltraud Neumann. Sollte es deshalb mit Neueinstellungen nicht klappen, würde je nach Bedarf und Kinderzahl die Stundenzahl der jetzigen Kräfte erhöht.

In der Gemeinde Karstädt mit ihren sieben Kitas ist man noch beim Rechnen, wie sich der veränderte Betreuungsschlüssel auswirkt. "Wie das finanziell umgesetzt wird, bekommen wir vom Land vorgegeben. Auch warten wir auf das offizielle Schreiben, wann es losgehen soll", meint Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck.

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