Mehr Behinderte haben einen regulären Job

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04. Juni 2012, 08:17 Uhr

Potsdam | In Brandenburg ist die Zahl der schwerbehinderten Menschen mit einer Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren gestiegen. Hatten 2005 noch rund 18 200 Schwerbehinderte in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern Arbeit, waren es 2010 rund 21 000. Die Landesregierung bewerte diese Entwicklung positiv, erklärte Sozialminister Günter Baaske (SPD).

In den vergangenen Jahren ist aber auch die Zahl der Menschen mit schweren Behinderungen in der Mark insgesamt stark gestiegen: von 2001 bis 2009 um rund 20 Prozent. Höhere Abgaben für Betriebe, die die Behindertenquote nicht erfüllen, schloss Baaske aus.

Im Jahr 2001 lebten nach Angaben des Ministeriums rund 185 000 Schwerbehinderte in Brandenburg, 2009 schon rund 222 000. Gut die Hälfte zählt zur älteren Generation und ist 65 Jahre oder älter. Dass immer mehr Menschen während ihres Berufslebens eine Behinderung bekommen und in ihrem Beruf bleiben können, spiele für die Beschäftigungsstatistik sicherlich auch eine Rolle, räumte ein Referent des Ministeriums ein. Arbeitslos gemeldet waren im Mai laut Ministerium 7047 schwerbehinderte Brandenburger.

Nur ein geringer Anteil sei von Geburt an behindert, erläuterte der Referent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging demnach im Jahr 2007 bei rund 82,3 Prozent der schwerbehinderten Menschen in Deutschland die Behinderung auf eine Krankheit zurück. 4,4 Prozent der Behinderungen waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf, 2,2 Prozent waren auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

Betriebe ab 20 Beschäftigten sind verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Wer die Quote nicht erfüllt, muss an die Integrationsämter eine monatliche Ausgleichsabgabe zahlen. Unternehmen, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen, erhalten Hilfen in Form von Beratung, begleitenden Diensten oder Zuschüssen, etwa beim Lohn oder für die Einrichtung eines weiteren Arbeitsplatzes.

Wie Baaske informierte, gibt es derzeit keine Initiative für eine Erhöhung der Quote auf sechs Prozent. Arbeitgeber müssten nicht stärker reglementiert, sondern für die Stärken und Potenziale Behinderter sensibilisiert werden, betonte der Minister.

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