zur Navigation springen
Lokales

18. August 2017 | 22:25 Uhr

Mehr als nur Kosmetik

vom

Perleberg | Es ist mehr als nur Kosmetik, der die kostbare Figurengruppe im Stadt- und Regionalmuseum unterzogen werden soll. Den sakralen Kunstwerken, die in der Klimakammer hinter einer Glaswand stehen, sieht man erst aus der Nähe ihr wahres Alter an. Ein Experte wird die Figuren des verloren gegangenen, spätgotischen Altars aus der Dorfkirche Klein Lüben demnächst restaurieren. Ein nicht ganz billiges Unterfangen - für das jetzt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Prignitz in die Bresche springen.

Die rund 500 Jahre alte Gruppe soll wieder in altem Glanz erstrahlen. Dabei liege die Betonung auf "alter", sagt Museumsleiter Günther Seier. "Das Ganze wird sehr behutsam geschehen. Die Figuren sollen komplett gereinigt werden, alte Farben werden freigelegt, Farbverwerfungen beseitigt, Fehlstellen angeglichen", so der Fachmann. Dabei würde nicht nur die Optik deutlich verbessert werden, sondern die Kunstwerke vor allem haltbarer gemacht. "Wir haben diese Figurengruppe ausgesucht, weil man an ihr den Effekt am deutlichsten sehen wird", ergänzt Seier. Vorbereitet ist bereits alles, die Angebote liegen auf dem Tisch. Für die Arbeiten wird der Restaurator die Figuren mit in seine Werkstatt nehmen.

Mit der Fertigstellung des Museumsum- und -ausbaus am Mönchort im nächsten Jahr soll auch die Restaurierung vollendet werden. Die Altarfiguren sind im Übrigen nur eines von insgesamt rund 30 000 Exponaten, die das 105 Jahre alte Museum beherbergt. Mit den wertvollen Beständen zur Perleberger Stadt- und zur Prignitzer Regionalgeschichte gehört es zu den bedeutendsten Museen in Brandenburg.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Prignitz, Wilfried von Bieren, ist es zudem das meistbesuchte Museum, wie er selbst vorgestern bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides feststellte. Bereits 2006 förderte das regionale Kreditinstitut gemeinsam mit der Sparkassenstiftung den Ausstellungsbereich zur Stadtgeschichte. Insgesamt stellte die Stiftung seit 1995 landesweit 341 Projekten rund 9,5 Millionen Euro an Unterstützung zur Verfügung, machte von Bieren deutlich.

Fred Fischer nutze den Anlass am Dienstag, daran zu erinnern, dass man noch vor sieben, acht Jahren darüber diskutierte, ob das Museum überhaupt offen gehalten werde und was man tun müsse, um es zu beleben. Gerade in einer so schnelllebigen Zeit wie heute sei ein solcher Ort der Rückbesinnung auf die eigene Geschichte wichtig, waren sich die Verantwortlichen damals einig und gingen das Gesamtprojekt an.

Die ganz große Veränderung läuft seit Ende vergangenen Jahres: Umbau und Erweiterung des Hauses. Die Arbeiten sind bereits gut vorangekommen. Man kann im Inneren schon jetzt - bevor alles fertig ist - erkennen, wohin die Reise geht: Hin zu einem angemessen großen, repräsentativen Ambiente, in dem die Glanzstücke des Museums endlich in attraktiver Art und Weise zur Geltung kommen werden.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Sep.2010 | 07:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen