Megaparkplatz ärgert Anwohner

<strong>Statt auf grüne Bäume</strong> sollen Oliver Duty und seine Tochter Ida in Zukunft auf zehn Parkplatzreihen sehen.<foto>Torben Hinz</foto>
Statt auf grüne Bäume sollen Oliver Duty und seine Tochter Ida in Zukunft auf zehn Parkplatzreihen sehen.Torben Hinz

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28. Juli 2010, 08:20 Uhr

Südstadt | Ärger um den Ausbau des Südstadt-Campus der Uni: Oliver Duty und andere Anwohner der Voßstraße wollen den geplanten Parkplatz mit 750 Stellplätzen verhindern. Der soll gegenüber ihren Häusern, direkt hinter dem Bahndamm der Strecke nach Bad Doberan, entstehen. Die Kritik: zu laut, zu viele Abgase, zu grau. Für das Projekt müssten ein 2000 Meter langer Grünstreifen und eine Gartenanlage weichen. Außerdem seien die Bewohner und der Ortsbeirat des Hansaviertels von dem Megaparkplatz komplett überrascht worden. "Wir wissen seit etwa einem Monat von den Plänen", sagt Duty. Auf früheren Bauzeichnungen waren nur 50 Stellplätze verzeichnet. Das an das Hansaviertel grenzende Uni-Gelände selbst fällt in den Zuständigkeitsbereich des Ortsbeirates der Südstadt. Dessen Mitglieder hatten es in der Planungsphase vor zwei Jahren versäumt, ihre Kollegen in Kenntnis zu setzen.

Planer haben nur bis zum Bahndamm gedacht

Die Forderung der rund 220 betroffenen Haushalte, die Parkplätze unter den 50 Millionen Euro teuren Uni-Gebäuden anzulegen, lässt sich nun nicht mehr realisieren. "Das Informatikgebäude ist schon fast fertig", sagt Duty. Zwei Neubauten für die Physik werden folgen. Auf allen Dächern werden Lüftungsanlagen installiert, die Tag und Nacht laufen. "Da ist die Frage, wie viel Lärm entsteht", sagt Duty. Er ist zudem sauer darüber, dass andere Parkplatz-Lösungen wie eine Verkleinerung oder eine Umverlegung nicht ausreichend geprüft wurden. Die Anwohner seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden, weil die Planer des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) nicht bis über den Bahndamm hinaus geblickt hätten. "Die dachten die Bahn ist sowieso laut", sagt Duty. Dabei hätten sie vergessen, dass ein Zug schnell vorbeigerollt sei und dann Ruhe herrsche. Der nun vom BBL angebotene Grünstreifen als Abgrenzung helfe nicht viel. "Da bräuchten wir wieder ein Gutachten, welche Mindestbreite er haben müsste, um wirksam zu sein", sagt Duty. Das Problem: Bereits am 12. August will der BBL die Freiflächengestaltung des neuen Campus abschließend im Ortsbeirat der Südstadt vorstellen. Die Zeit für alternative Lösungsvorschläge ist knapp.

Die vorgebrachte Kritik hält der BBL für nicht gerechtfertigt. Eine Verkleinerung des Platzes sei nicht möglich, da für jeweils vier Studenten eine Stellfläche vorgeschrieben sei. Alternativlösungen wie der Bau eines Parkhauses seien zu teuer. Außerdem werde der Parkplatz sehr grün, weil für vier Stellplätze ein Baum gepflanzt werden müsse. Und bereits im November vergangenen Jahres habe es einen Architektenwettbewerb für die Freiflächengestaltung des Campus gegeben. Dessen Ergebnisse wurden im vergangenen Jahr im Rostocker Hof öffentlich ausgestellt. Es sei aber möglich, über einzelne Details der Pläne noch einmal neu zu verhandeln.

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