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Lokales

20. August 2017 | 07:57 Uhr

Mega-Kran besteht Hubtest

vom

Rostock | Er soll bis zu 1760 Tonnen anheben und bewegen. Ob der Megakran auf dem Offshore-Spezialschiff "Sampson" hält was er verspricht, das hat sein Erbauer, Liebherr, gestern bei einem Hubtest vor der Warnemünder Ostseeküste geprüft. In vier Etappen hob der Schwerlastkran vom Typ MTC 78 000 eine Barge mit unterschiedlichen Gewichten bei normalen und erschwerten Bedingungen. "Dabei wird ein Ponton durch das Füllen mit Wasser auf das jeweilige Testgewicht gebracht", sagt Thomas Schwandt, Sprecher des internationalen Kranherstellers.

Beim ersten Hubtest schaffte der Lastenheber 534 Tonnen. Diese galt es, über einen längeren Zeitraum zu halten und bei getrimmtem und ungetrimmtem Zustand zu bewegen. Das bedeutet, dass sich das Spezialschiff durch das Umpumpen der Tanks in eine leichte Schräglage manövrierte. "Mit der Last am Haken muss der Kran dann den Ausleger drehen können", so der Sprecher. Die 13 Mitarbeiter von Liebherr und die 32-köpfige Besatzung sind derweil voll konzentriert. Wenn etwas schief geht, bedeutet das für den Schiffsausrüster eine unnötige Zeitverzögerung und einen enormen finanziellen Verlust.

Schließlich soll die 180 Meter lange und 32 Meter breite "Sampson" schnellstmöglichst zum Golf von Mexiko, um dort mit ihrer neuen Ausstattung die Montage- und Umbauarbeiten an einer Erdölplattform zu beginnen. "Wegen dem Auftrag drängt die Zeit und der Hubtest wurde von zwei Tagen auf einen verkürzt", sagt Schwandt. So hebt der 90 Meter lange Ausleger zügig das zweite Gewicht von 582 Tonnen. Beim dritten Test trägt der Offshore-Drehkran 1600 Tonnen und somit 100 Prozent seiner Kapazität. Bei dieser Schwerlast darf sich der Heber nur bei leichtem Seegang zehn Meter pro Sekunde bewegen und maximal 15 Grad schwenken. Doch er kann noch mehr. Bis zu 110 Prozent sind möglich. Und so bewegen sich beim vierten Versuch ganze 1760 Tonnen in die Lüfte. Die zwei kleineren Haken schaffen von 50 bis 200 Tonnen. "Bei einem maximal angelegtem Ausleger erreicht der Kran eine Höhe von 100 Metern", sagt der Liebherr-Sprecher. Der Kran selbst macht eine Last von 1420 Tonnen aus.

Bereits am Sonntag Abend hat das Spezial-Schiff vom Ausrüstungskai des Seehafens abgelegt. Ziel des Montage-Schiffes war die Küste vor Nienhagen. Gestern früh traf dann der Schlepper "Taucher O. Wulf 5" mit seinem Ponton bei dem Neubau ein. Dort wurde die Barge für die Betriebsszenarien am Kran befestigt. Neben der "Sampson" hat Liebherr bereits im vergangenen Jahr die baugleiche "Goliath" mit einem Schwerlastkran ausgerüstet. Zwei weitere werden vorausssichtlich 2011 und 2012 am Rostocker Standort gebaut.

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erstellt am 30.Aug.2010 | 08:20 Uhr

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