zur Navigation springen
Lokales

24. November 2017 | 23:30 Uhr

Medizin erreicht Topwerte

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2011 | 05:45 Uhr

Rostock | Die Online-Datenbank "Landkarte Hochschulmedizin" bescheinigt der Uni Rostock im vorklinischen Studium der Humanmedizin erneut den ersten Platz. Alle drei Jahre wird der Vergleich wiederholt. Das neue, positive Ergebnis bezieht sich auf die Jahre 2006 bis 2008. Die Vorklinik umfasst die ersten vier Semester des Studiums in der Regelstudienzeit, die zahlreiche Fächer und dazugehörige Prüfungen sowie Praktika der Berufsfelderkundung, die Einführung in die klinische Medizin und medizinische Terminologie umfassen. Die Vorklinik wird mit dem Physikum als erster Abschnitt der ärztlichen Prüfung abgeschlossen.

Sarah Patzelt studiert Humanmedizin im dritten Semester an der Uni Rostock und muss täglich einen straffen Zeitplan bewältigen. Schon im ersten Semester standen bei der 21 Jahre alten Studentin und ihren Kommilitonen etliche Fächer wie Physik, Biologie, Chemie, Medizinische Psychologie, Anatomie, Embryologie oder Histologie auf dem Stundenplan. Ein normaler Tag startet für die junge Studentin meist um 8 Uhr und endet selten vor 18 Uhr.

Nach der Uni beginnt der Lernstress

In den Pausen, am Abend und an den Wochenenden heißt es pauken. "Wer den Anschluss verliert und Prüfungen wiederholen muss, hat es schwer, wieder in den normalen Rhythmus zu kommen", so Patzelt. Vor allem der Präparierkurs, der in der Regelstudienzeit im zweiten Semester auf dem Plan steht, verlangt den Studenten viel Fleiß ab. Patzelt sagt: "Wir widmen uns einige Wochen lang einer bestimmten Körperregion und studieren die Anatomie und am Ende ist eine mündliche Prüfung dazu fällig." Im Studium hat die 21-Jährige gelernt, schneller zu pauken. Gerade hat sie für die Physiologieklausur und Histologieprüfung gelernt. Am 8. Januar ist die Biochemieklausur fällig.

Eine Messlatte der Online-Datenbank "Landkarte Hochschulmedizin" ist zum Beispiel die Anzahl der bestandenen Prüfungen. "Die liegen in Rostock mit 93,8 Prozent sehr hoch", sagt Prof. Emil Reisinger, Dekan der Medizinischen Fakultät Rostock. Nach Rostock folgen Heidelberg mit 89,2 Prozent und Regensburg mit 88,8 Prozent. Medizin-Studenten an der Uni Greifswald belegen mit dem vierten Platz ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis.

Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen lieferte die nötigen Daten zum Vergleich, die sich aus den zentralen deutschlandweiten Prüfungen ergeben. Insgesamt wurden 36 Medizinstandorte von Aachen bis Würzburg miteinander verglichen. Der Vergleich der Universitäten soll einen Beitrag bei der Verbesserung der Qualität in Forschung, Lehre und Krankenversorgung leisten. "Wir werden alles daran setzen, dass unsere Studenten auch in der klinisch-praktischen Ausbildung noch besser werden", sagt der Rostocker Studiendekan Prof. Thomas Mittlmeier, der an dieser Stelle noch Nachholbedarf sieht. Dabei soll künftig ein Mentorenprogramm helfen, das in kleinen Gruppen Inhalte klarer vermitteln soll. Die "Landkarte der Hochschulmedizin" erfasst auch Forschungsparameter. Auch dabei gehört die Medizinische Fakultät der Uni Rostock zur Spitzengruppe in der Bundesrepublik.

In Rostock studieren zur Zeit rund 1700 junge Frauen und Männer Humanmedizin. In ganz Deutschland liegt die Studienabbrecherquote in diesem Fach und auch in den Gesundheitswissenschaften bei etwa fünf Prozent, was im Vergleich mit anderen Studiengängen sehr niedrig ist. Die Kosten pro Studienplatz in der Medizin liegen in Rostock mit über 188 000 Euro sehr hoch und das, obwohl die Medizinische Fakultät der Uni Rostock im deutschlandweiten Vergleich einen der geringsten Landeszuschüsse für die Ausbildung hat. "Vor diesem Hintergrund setzen wir das verfügbare Geld so effektiv wie möglich ein", sagt Prof. Reisinger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen