Mathias K. ist wieder auf freiem Fuß

von
07. August 2009, 08:51 Uhr

Rostock | Die 3. Große Strafkammer des Landgerichtes Rostock hat gestern den Haftbefehl gegen Mathias K. (35) aufgehoben. "Nicht, weil die Kammer davon überzeugt ist, dass der Angeklagte unschuldig ist, sondern weil die Vernehmung des Stiefsohnes des Angeklagten, Jan Sch. (17), abgeschlossen wurde", sagte der Vorsitzende Richter. Wegen akuter Verdunklungsgefahr hatte er am 22. Mai Haftbefehl gegen den Angeklagten erlassen.

Der 35-Jährige ist der Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Rostock beschuldigt Mathias K., am 4. September 2007, seine elf Wochen alte Tochter Juliette derart gewaltsam geschüttelt zu haben, dass sie schwerste Hirnschädigungen erlitt, an deren Folgen sie zwei Monate später starb. Der 17-jährige Sohn der Lebensgefährtin des Angeklagten hatte in seiner polizeilichen Vernehmung behauptet, dass er von dem Geschehen in der Wohnung nichts wahrgenommen habe, erst nach dem Eintreffen des Notarztes sei er aufmerksam geworden. Während der Zeugenbefragung vor Gericht gab er jedoch an, die Tat beobachtet zu haben. Nach mehrfachen Appellen des Vorsitzenden Richters an seine Wahrheitspflicht, teilte der jugendliche Zeuge in höchster Erregung und unter Tränen mit, dass sein Stiefvater am Abend vor seiner Vernehmung gesagt habe: "Du weißt, was du morgen zu sagen hast." Die Zeugenbefragung wurde daraufhin unterbrochen.

Die psychologische Sachverständige hatte gestern noch einmal bestätigt, dass die Behauptung des 17-Jährigen, er habe nichts wahrgenommen, eine Falschaussage war. Er hätte mehr gesehen, als er sagen wollte, um den Stiefvater, der für den Jungen eine Bezugsperson darstellt, zu schützen. Die Verhandlung wird am 21. August fortgesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen