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"RecknitzCampus" Laage: Mathematik auf Englisch : Mathe: One plus one makes two

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"Wenn unser Sohn Mathe-Hausaufgaben macht, spricht er mit uns Englisch", berichtet Andreas Brandt aus Groß Ridsenow. Sein Sohn Lucas lernt im "RecknitzCampus" Laage in einer der beiden so genannten Immersionsklassen.

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erstellt am 28.Jan.2011 | 07:31 Uhr

Laage | "Wenn unser Sohn Mathe-Hausaufgaben macht, spricht er mit uns Englisch", berichtet Andreas Brandt aus Groß Ridsenow. Sein Sohn Lucas lernt im "RecknitzCampus" Laage in einer der beiden so genannten Immersionsklassen. Immersion bezeichnet die Lernmethode, nach der in der Grundschule Laage seit Schuljahresbeginn zwei 1. Klassen Englisch lernen, landesweit das einzige Projekt dieser Art, das vom Bildungsministerium unterstützt wird.

Zehn Stunden Immersion stehen in den beiden Klassen wöchentlich auf dem Stundenplan. Das Wort beschreibt das Eintauchen in eine fremde Sprache. "Die Kinder lernen die fremde Sprache wie die Muttersprache", erklärt Englischlehrerin Susanne Graichen. Erst würden sie die Worte nur hören, dann nachsprechen und schließlich selbstständige gebrauchen, so die Projektkoordinatorin. Inzwischen sind die Kinder so weit, dass sie schon auf Englisch antworten können, wenn es beispielsweise um das Ergebnis einfacher Rechenaufgaben geht. In den Fächern Mathematik, Sachkunde und Werken wird mit den Kinder nur Englisch gesprochen. "Dabei arbeiten wir sehr viel mit Bildern, mit Symbolen und Gesten", sagt Susanne Graichen. Das würde das Gesagte stets verdeutlichen. Auch die Bemerkung "falsche Antwort" gäbe es nicht. Und wenn die Aussprache noch nicht stimmt, wiederholt die Lehrerin das Gesagte richtig. Niemand werde unter Druck gesetzt, das sei wichtig.

Dabei sei man in der "genialen Situation", dass zwei Lehrer zusammen im Unterricht sind. So könne der Unterricht sehr abwechslungsreich und sehr aktiv gestaltet werden. Eine willkommene Unterstützung für die Lehrerinnen Marita Kahle und Christiane Pielkes ist Amy Voss, die in Alaska als Deutschlehrerin arbeitet. "Eine Muttersprach-Lehrerin ist immer eine enorme Hilfe", betont Marita Kahle. Sie gehe nächste Woche mit einem guten Gefühl in die Ferien. Die Lehrmethode funktioniere. Sie werde in den Ferien neue Ideen und Material sammeln. Denn ein Problem sei, dass es kein Lehrwerk für den Unterricht gäbe. Man lerne mit jedem Tag hinzu, betont Susanne Graichen, müsse immer wieder entscheiden, was man den Kindern zumuten kann. Überfordern wolle man sie auf keinen Fall. Deshalb, so die Projektkoordinatorin, strebe man eine wissenschaftliche Begleitung an.

"Die Kinder werden nicht überfordert", schätzt Andreas Brandt ein. Er nutzte wie andere Eltern auch das Angebot der Schule, einmal den Unterricht mitzuerleben. Und sein Sohn Lucas lässt keinen Zweifel: "Mathe ist leichter als Deutsch." Er habe im Kindergarten schon etwas Englisch gelernt, fügt er hinzu.

"Das Rezept geht auf", betont Schulleiterin Brit Kaleun. Die Kinder würden lernen sich in einer anderen Sprache zu verständigen. "Nichts ist gekünstelt, nichts läuft unter Zwang", fügt die Schulleiterin hinzu. Vielmehr sehe man, dass man bei den Kindern Freude am Lernen wecke und wolle dies erhalten. Das Projekt der Immersion sei zunächst auf zwei Jahre angelegt, aber man möchte es auf jeden Fall weiterführen, kündigt Brit Kaleun an.

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