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Lokales

20. September 2017 | 00:23 Uhr

Mastanlage für 300 000 Hähnchen

vom

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2010 | 07:09 Uhr

gallin/lübz | Rund 900 Meter östlich von Gallin sollen an der Bahnstrecke sechs Ställe für insgesamt 300 000 Masthähnchen entstehen. In das Vorhaben möchte die "Landgut Gallin UG + Co. KG" zwischen 3,5 und vier Millionen Euro investieren. Nach ihren Vorstellungen soll der Bau bereits 2011 beginnen. Über die Genehmigung entscheiden wird das Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg, das unlängst zur Anlaufberatung ins Amt Eldenburg Lübz eingeladen hatte. Dabei vertreten waren unter anderem Nachbargemeinden wie zum Beispiel Passow und Lübz, die Ämter Goldberg-Mildenitz und Plau am See, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umweltschutz (StALU, früher StAUN), der Bauernverband, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die gegen das Vorhaben kämpfende Bürgerinitiative.

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Skepsis bei mehreren Teilnehmern groß war", sagt Norbert Timm, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung. Gefordert wurde unter anderem, die Untersuchung des Raumes rund um den vorhergesehenen Standort der neuen Anlage hinsichtlich möglicher neuer und schon bestehender Belastungen auf einen Radius von fünf Kilometern auszudehnen - ein gegenüber dem Antrag verfünffachter Wert. "Außerdem bezweifelten einige, dass die Zufahrt zur Kreisstraße geeignet ist und es sollen alternative Standorte geprüft werden", so der Amtsleiter, der auf die Frage nach eventuellen Arbeitsplätzen antwortet: "Sie würden aus jetziger Sicht hauptsächlich bei Servicefirmen entstehen/gesichert werden, weil sie viele Aufgaben übernehmen sollen. Andere Dinge wie zum Beispiel Fütterung laufen fast automatisch."

Den Unterlagen zufolge fallen jährlich etwa 2400 Tonnen Mist an, die in einer Entfernung von 1,4 Kilometer nördlich der Anlage vor dem Ausbringen auf eigene Felder zwischengelagert werden sollen. Jetzt müsse das Unternehmen noch Mist zukaufen. Für den Lagerplatz fordern mehrere am Verfahren Beteiligte eine Überdachung.

Der Investor sieht vor, acht Mal im Jahr 300 000 Tiere auf ein Endgewicht von 1,8 bis 1,9 Kilogramm zu mästen. In den Antragsunterlagen ist ein Wert von 39 Kilogramm pro Quadratmeter zu finden, was demnach rund 20 Tieren entspricht. Geplant sind jährlich 800 Transportfahrten für Futter, Einstreu, Küken und den Abtransport schlachtreifer Tiere, Kadaver sowie Mist. Durch den Einsatz von eigenbetrieblichem Getreide vermeide man rund 120 durch die Gemeinde stattfindende Transporte.

"Das jetzt gestartete Raumordnungsverfahren rückt die Frage der voraussichtlichen Belastung für Mensch und Natur in den Mittelpunkt", sagt Timm. Ergänzend hat die betroffene Gemeinde eine Liste mit den touristischen Einrichtungen einschließlich der angebotenen Ferienbetten eingereicht, auf einem Extra-Termin wurde über ein Ferienprojekt am Zahrener See beraten.

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