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Schaalmühle : Marode Brücke ab März tabu für Kfz

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Die Überfahrt der Brücke für Fahrzeuge über 1,5 Tonnen ist bereits seit Jahren verboten. Ab März darf das um 1850 errichtete Bauwerk über die Schaale dann nur noch von Fußgängern und Radfahrern passiert werden.

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 11:19 Uhr

Schaalmühle | "Hier sind ja schon wieder Treckerspuren, obwohl das Schild eindeutig vorschreibt, dass keine schwere Technik mehr über die Brücke darf", schüttelt Norman Thorn verständnislos den Kopf und zeigt auf das rot-weiße Begrenzungsschild, auf dem 1,8 Tonnen steht. Eine spezielle Prüfung für das Bauwerk über die Schaale, direkt neben der alten Mühle, mit der dieser Passierpunkt aus dem Jahre 1850 eine Einheit darstelle, habe im letzten Jahr ergeben, dass die Brücke hinsichtlich der Stand- und Verkehrssicherheit sowie Dauerhaftigkeit beeinträchtigt sei. Deshalb sei eine Nutzungseinschränkung jetzt leider unumgänglich.

Seit Jahren ist Überfahrt für Kfz über 1,5 Tonnen schon verboten

"Seit Jahren ist hier die Überfahrt für Kraftfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 1,5 Tonnen ohnehin schon verboten. Die Zarrentiner Stadtvertretung hat im Dezember 2012 festgelegt, dass der öffentliche Weg an der Mühle in Schaalmühle, wir reden hier von etwa 250 bis 300 Metern, dauerhaft für den Rad- und Fußverkehr aufrecht zu erhalten ist. Folglich wird er für den Kfz-Verkehr ab Mitte März gesperrt. Hierzu erteilte die Verkehrsbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim am 5. Februar die erforderliche verkehrsrechtliche Anordnung", berichtet der 35-Jährige vom Zarrentiner Amt für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten weiter. Er ist dort zuständig für den Straßen- sowie Tief- und Brückenbau.

"Wenn wir etwas machen würden, müsste die Brücke so saniert werden, dass sie mindestens 40 Tonnen tragen kann. Doch dafür ist der Baugrund viel zu schlecht. Es müsste richtig tief gegründet werden, womit die Gefahr eines Absackens für die Mühle besteht", erklärt Thorn. Es bestünde außerdem keine Notwendigkeit, sehr viel Geld anzufassen, um hier tätig zu werden, betont er weiter. Die Haushaltslage sei auch so angespannt und die Finanzen knapp. "Der Weg führt ja einfach nur auf die Landesstraße 4 zurück und hat keinerlei strategische Bedeutung."

Unter der Brücke gibt es übrigens zwei Röhren. Eine davon ist verschlossen und dient der Mühle offensichtlich seit Jahren als Keller. Durch die zweite fließt die Schaale. Rot-weiße Leitbaken und eine Absperrung, die bis Mitte März noch errichtet werden, sollen künftig verhindern, dass sich Unbelehrbare nicht an die neue Regelung halten. Das 1,5 Tonnen-Schild werde gegen ein blaues Radfahrer- und Fußgänger-Hinweisschild ausgetauscht, kündigt Thorn beim Vororttermin an. Der junge Mann ist außerdem überzeugt: "Die nächsten 20 Jahre wird die Brücke noch für Fußgänger und Radfahrer auf jeden Fall halten."

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