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Lokales

24. August 2017 | 10:41 Uhr

Marle mit Rinderdame auf der MeLa

vom

Severin | Der "Zwillingshof" der Familie Rühe in Severin unweit von Parchim - so benannt nach den Töchtern Marle und Taira - zählt seit 2004 zu den Wegbereitern der mecklenburgischen Galloway-Zucht, die kürzlich mit sechs Tieren auch an der Produktionsschule Greven Einzug hielt (SVZ berichtete). Auf der 20. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) in Mühlengeez stellt sich die neunjährige Marle mit der rabenschwarzen Rinderdame Surah dem 2. Bundesjungzüchterwettbewerb.

Souverän erklärt Marle, dass die hornlosen Galloway-Rinder sich am liebsten selbst frisches Gras und Kräuter suchen, es aber auch getrocknet als Heu aus der unmittelbaren Nachbarschaft nicht verschmähen. Nur im Winter und wenn die Kälbchen geboren werden, füttere Familie Rühe etwas Silage als Kraftfutter zu. Die Tiere selbst fühlen sich nach Marles Bekunden bei fast jedem Wetter draußen am wohlsten, obwohl ihnen auch ein schützender Unterstand zur freien Verfügung stehe. Das und noch mehr will die Neunjährige den Wertungsrichtern auf der MeLa antworten.

Rinderdame Surah anfangs noch recht zickig

Zwillingsschwester Taira, die noch an einer Sportverletzung kuriert, kann diesmal bei der Wertung nicht mitmischen. Trotzdem hilft sie bei der Vorbereitung gern, denn vor einem Jahr war es genau umgekehrt. Die tierlieben Schülerinnen aus Parchim wissen bereits sehr genau, worauf es ankommt, damit die hierzulande noch relativ seltene Fleischrinderrasse vor Experten und Publikum eine gute Figur macht.

Bevor die Schau losgeht, werden die Galloways - welche sonst das ganze Jahr über unter freiem Himmel auf der Weide leben - ausnahmsweise gewaschen und gebürstet. Auch an den Halfter müssen sich die tierischen Stars erst einmal gewöhnen, denn sie werden sonst weder angebunden noch am Strick herum geführt. Deshalb stellt sich die Färse Surah - eine Mitte April 2009 geborene Rinderdame, die noch nicht gekalbt hat - anfangs noch recht zickig an.

Doch Züchterin Marion Rühe und ihre Töchter wissen die Ruhe zu bewahren, und so beruhigt sich auch das Tier. "Wir hoffen sehr, dass sich unsere beiden Jungrinder bei der großen Landestierschau nicht von wehenden Fahnen, Musik, Lautsprecherdurchsagen, den anderen Tieren und dem Publikum erschrecken lassen." Taira jedenfalls ist optimistisch, denn Surah und ihre drei Monate ältere Cousine sind Nachkommen des "legendären" Bullen Pluto, der sich scheinbar durch nichts irritieren ließ. Ihn sahen die Zwillinge letztes Jahr eher wehmütig auf das Gut Klepelshagen bei Strasburg ziehen, wo der Stammvater der Severiner Herde nun "regiert" und der ursprünglich aus Schottland stammenden Rasse weiteren Nachwuchs beschert. Marion Rühe jedenfalls ist froh über die Beliebtheit der Galloways.

Auf dem heimischen Hof wird am 16. Oktober gefeiert

Plutos Anlagen tragen auch jene zwei Kühe (darunter Tairas Liebling Citta), welche mit je einem Kälbchen sowie zwei Färsen seit Juli den Grundstock einer neuen Gallowayherde in Greven bilden. Unweit von Lübz werden die genügsamen Rinder von Meisterin Annette Grimm, ihrer Kollegin Marianne Laakmann und 21 Produktionsschülern der Großwerkstatt Gartenbau und Landwirtschaft betreut und ab und zu von den Severiner Zwillingen besucht.

Auf der heimischen Koppel des "Zwillingshofs" ist inzwischen Quinni der neue Zuchtbulle, dessen erster Nachwuchsjahrgang übrigens beim Hoffest am 16. Oktober zwischen 10 und 16 Uhr zu bewundern ist. Außerdem gibt es frisches Gallowayfleisch und Wurstwaren von den absolut naturnah im Familienverband aufwachsenden Rindern sowie Informationen rund ums Galloway, Kremserfahrten zur Weide und Herdenbesichtigung sowie Spiele und Spaß für die Kinder. Natürlich ist dann auch die Färse Surah von der MeLa zurück und Marle wird persönlich von ihren Erlebnissen berichten.

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erstellt am 17.Sep.2010 | 04:35 Uhr

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