Marktkunden skeptisch bei Gemüse

Andrea Übermut vom Prignitzer Kartoffel-Handel + Fruchtvertrieb kann ihre Kunden beruhigen: 'Unsere Gurken sind auf EHEC getestet.'

Andrea Übermut vom Prignitzer Kartoffel-Handel + Fruchtvertrieb kann ihre Kunden beruhigen: "Unsere Gurken sind auf EHEC getestet."

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27. Mai 2011, 09:27 Uhr

Prignitz | "Woher kommen diese Gurken?" "Sind diese Tomaten hier in Ordnung? "Kaufen wir Gemüse oder verzichten wir lieber mal?" - Gesprächsfetzen dieser Art sind derzeit auf vielen Prignitzer Märkten zu hören und zeigen, dass die Kunden durch die Berichte über das Darmvirus EHEC verunsichert sind.

"Man merkt, dass die Kunden vorsichtiger beim Gemüseeinkauf sind, genau wissen wollen, wo das Gemüse herkommt", sagt Gabriele Fleischer, die auf dem Wittenberger Wochenmarkt einen Stand betreibt. "Das schlimme ist, dass wir auch kaum Auskunft geben können, ob unsere Waren sicher sind oder nicht, denn auch wir wissen nicht, was drin steckt." Lediglich über die Herkunft könne man Auskunft geben.

Damit wollte sich der Prignitzer Kartoffel-Handel & Fruchtvertrieb aus Perleberg nicht abfinden. "Wir wollen uns und die Kunden absichern, haben deshalb in Zusammenarbeit mit unserem Gurkenlieferanten ein Gutachten in Auftrag gegeben, ob das Gemüse mit EHEC belastet ist", sagt Geschäftsführer Detlef Franke. "Ein schnelltest gab bereits Entwarnung, im Laufe der nächsten Tage rechnen wir mit einer schriftlichen Antwort." Die Prüflabore arbeiteten derzeit auf Hochtouren, da müsse man eine gewisse Wartezeit einkalkulieren, so Franke. "Unser Vorteil ist, dass wir seit Jahren mit festen Partnern zusammen arbeiten, und da die ihr Gemüse ja auch verkaufen wollen, waren wir uns bezüglich des Tests schnell einig."

Die Kunden fühlen sich vor allem durch die widersprüchliche Berichterstattung in den Medien verunsichert. "Keiner weiß so richtig, was Sache ist", sagt Kerstin Hiller. "Man muss sich selber genau informieren, aber ganz auf Gemüse verzichten kann man ja auch nicht. Ich lasse mich beraten und setze auf Gemüse aus der Umgebung."

Sybille Jürgens vom Wittenberger Interessenring WIR, der den Wochenmarkt organisiert, registriert ebenfalls Verunsicherung. "Man merkt es an den Verkaufsgesprächen, die Kunden wollen wissen, was sie kaufen. Ich selbst bin pragmatisch, esse weiterhin Gemüse."

Während die Lebenshilfe-Gärtnerei in Perleberg von der Thematik nicht betroffen ist - eigene Gurken werden erst im August geerntet - profitiert die CJD-Oase Wittenberge von den Berichten über belastete spanische Gurken. "Die Nachfrage nach Gurken aus unserer Produktion ist gestiegen, die Leute vertrauen auf unsere Qualität", sagt Oase-Leiterin Simone Schlink-Brauner.

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