Markenzeichen Pilgerbohne

Bärbel Schnabel, Hannelore Jahn und Christian Richter vom Weltladen-Helferteam.
Bärbel Schnabel, Hannelore Jahn und Christian Richter vom Weltladen-Helferteam.

Der Weltladen in Bad Wilsnack feiert am Samstag gemeinsam mit dem Straßenfest der Stadt das 20-jährige Bestehen

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10. September 2015, 09:45 Uhr

Im kleinen Raum im Eingangsbereich der Wunderblutkirche St. Nikolai stapeln sich die fair gehandelten Lebensmittel fast bis an die Decke. Alles muss auf geringster Fläche ansprechend untergebracht werden, denn ein zusätzliches Lager gibt es nicht. Doch das zehnköpfige Team ehrenamtlicher Helfer kann auch Großveranstaltungen. Beim Brandenburgischen Sommerkonzert wurde PilgerBohne an die rund 900 Besucher, darunter 800 Berliner, ausgeschenkt. Ähnlich war es beim Pilgertag. Auch die Amtsverwaltung greift auf das Produkt zurück.

Den Arabica-Kaffee der Kleinbauerngenossenschaft im mexikanischen Chiapas hat das Weltladen-Team zum Markenzeichen ihrer Einrichtung entwickelt. Mit der Bezeichnung „Bad Wilsnacker Pilgerbohne“ wurde ein einprägsamer Name kreiert, der auch an die großen Traditionen des Ortes anknüpft. Gemeinsam mit jungen Leuten wurden auch eigene Etiketten geschaffen, die den Kaffeepäckchen ein unverwechselbares Bad Wilsnacker Gesicht verleihen.

Absatz und Resonanz sind gut. Kein Wunder, meint Hannelore Jahn. „Wir bieten ja auch Kaffee und keinen Kaffe.“ Neben den aromatischen Bohnen werden vor allem Lebensmittel angeboten. Tee, Schokolade, Saft und Wein werden von Einwohnern, Besuchern der Stadt und auch von vielen Pilgern gern gekauft. Daneben gibt es Gruß- und Erinnerungskarten, die den jungen Gestaltern aus Entwicklungsländern helfen, Studium, Ausbildung oder eine junge Familie finanziell abzusichern.

Auch Blöcke aus Kokosnussabfällen statt Torf zur Anzucht von Pflanzen sind erhältlich. Vor Ostern und Weihnachten kommen diverse Kunstgewerbeprodukte hinzu. Eingekauft wird über das auf fair gehandelte Produkte spezialisierte Online-Portal Faire.

1995 gegründet wurde der Weltladen bis 2011 gemeinsam von den Kirchengemeinden Havelberg und Bad Wilsnack geführt. 2012 zog er aus dem Gemeindehaus in den Eingangsbereich von St. Nikolai, wo er wie der Büchertisch zum festen Bestandteil der offenen Kirche wurde.

Vorrangig ehrenamtliche Helfer halten das Geschäft während der Sommerzeit Montag bis Samstag von 10 bis 18 und in der Winterzeit Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr offen. Sie beraten, erzählen über die Produkte, deren Herkunft und Erzeugung, erfüllen so das über der Tür „Gerechtigkeit statt Almosen“ mit Leben.

Künftig sollen kleine Senimare und andere Veranstaltungen über Entwicklungspolitik und die Herkunftsländer der Faire- Produkte informieren. „Wir haben den langfristigen Traum, dass Bad Wilsnack den Titel Fairtrade-Town anstrebt, wo entsprechende Produkte nicht nur bei uns angeboten werden“, sagte Barbara Schnabel vom Weltladenteam.

Am Samstag wird das Jubiläumsfest um 11 Uhr in der Kirche eröffnet. Es gibt den Kaffee Pilgerbohne, ein Kuchenbuffet, Herzhaftes, Wein und Saft. Kleine Filme und Videos stellen die Herkunftsländer und die Erzeugung der angebotenen Produkte vor.

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