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Lokales

22. August 2017 | 07:31 Uhr

Marder legt Züge um Güstrow lahm

vom

Güstrow | Tausende Bahnreisende mussten gestern zwischen Güstrow und Rostock Verspätungen hinnehmen. Hunderte kamen zu spät zur Arbeit, weil ein Marder zwischen fünf und 12.30 Uhr den Zugverkehr im Raum Güstrow lahmlegte.

Kurz nach fünf Uhr fiel der Zugverkehr aus. Nichts ging mehr. Oberleitungsschaden. Betroffen waren die Strecken von Güstrow in Richtung Rostock. Ein Marder hatte sich in den frühen Morgenstunden an den Bahnanlagen zu schaffen gemacht. "Das Tier hat erhebliche technische Schäden im Bereich der Oberleitung verursacht", informiert Bahnsprecher Giesbert Gahler. Vermutlich sei er einen Gittermast hinauf geklettert, an eine 15 000-Volt-Starkstromleitung geraten und habe so einen Kurzschluss ausgelöst. Bis zirka 12.30 Uhr dauerten die Reparaturarbeiten an. Unter anderem waren Isolatoren und Aufhängungen zu erneuern. Erst danach konnten die ersten Züge wieder fahren.

Drei Linien, die im Ein- bis Zwei-Stundentakt verkehren, waren betroffen, neben der S-Bahnverbindung zwischen Güstrow und Schwaan auch die Regionallinien RE 5 zwischen Güstrow und Primerburg und RE 6 zwischen Güstrow und Plaaz. Als Ersatz setzte die BahnAG Busse zwischen Güstrow und Schwaan bzw. Plaaz im Schienenersatzverkehr ein. "Dennoch waren Verzögerungen unvermeidbar", entschuldigt sich der Bahnsprecher.

Während Störungen durch Greifvögel, die sich auf Isolatoren niederlassen und durch den Flügelschlag Kontakte zur Oberleitung herstellen, durchaus vorkämen, seien Marderangriffe äußerst selten. Für den Wildbiologen Hans-Heinrich Krüger vom Otterzentrum Hankensbüttel am Rand der Lüneburger Heide passt der Vorfall ins Bild des Steinmarders. "Er ist sehr kletterfähig", betont der Experte.

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erstellt am 21.Sep.2010 | 08:28 Uhr

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