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Lokales

19. Oktober 2017 | 22:22 Uhr

Manipulation an Geldautomaten

vom

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2010 | 05:15 Uhr

Prignitz | Die Polizei des Schutzbereichs Prignitz beschäftigt derzeit der erste Fall von Skimming. Bei dieser Methode versuchen Kriminelle, die Kartendaten und Geheimzahlen von Bankkunden auszuspähen, und mit kopierten Karten Geld abzuheben.

Wie die Polizei informierte, hatten Unbekannte Täter in der Filiale der Deutschen Bank in der Pritzwalker Mittelstraße ein Kartenlesegerät manipuliert und an der Decke über dem Geldautomaten eine Kamera montiert. "Darüber hinaus entfernten die Täter die Abdeckung der Eingabetastatur, um der Kamera freie Sicht zu gewähren", erklärt Polizeisprecherin Katy Gollnick.

Am 14. Mai wurde die erste Manipulation bekannt. "An dem Tag wurden gleich mehrere EC-Karten eingezogen oder vom Kartenschacht gar nicht gelesen." Die Kamera sei daraufhin sichergestellt und ans Landeskriminalamt geschickt worden, sagt Gollnick. "Eine weitere Manipulation entdeckte ein Techniker der Bank Ende Juli, zudem wurden Kartenlesestörungen am 18. und 19. Juli gemeldet." Darauf hin seien mehrere Karten gesperrt worden, um Missbrauch vorzubeugen.

Die Deutsche Bank hat auf den Angriff, der für die Kunden ohne Folgen blieb, mit einer Verstärkung ihrer Kontrollen in der Automatenfiliale reagiert. "Zudem wird der Automat in kürze durch einen neuen mit verbesserten Schutzfunktionen ersetzt", informierte ein Sprecher der Bank.

Auch bei der Sparkasse Prignitz hat man den Fall registriert. "Unsere Technik ist soweit auf dem aktuellen Sicherheitsstand, trotzdem haben wir unsere Kontrollen an den Geräten verstärkt und die Mitarbeiter entsprechend Sensibilisiert", sagte Pressesprecher Helge Reiter auf "Prignitzer"-Nachfrage. Zudem weise man durch Aufkleber an den Türen die Kunden darauf hin, ihre Geheimzahl möglichst verdeckt einzugeben.

Dass die Kunden durch umsichtiges Verhalten dem Ausspähen ihrer Daten vorbeugen können, bestätigt auch Ulrich Nolte von Wincor-Nixdorf, einem der führenden Hersteller von Geldautomaten. "Die Manipulationen an den Lesegeräten sind zumeist professionell und von Laien nur schwer zu erkennen, deswegen muss die Pin unbedingt verdeckt eingegeben werden."

Da auch die Lesegeräte an den Türen, die bei den meisten Banken Nachts die Türen öffnen, manipuliert sein können, rät der Experte, verschiedene Karten zum Öffnen der Tür und zum Geldabheben zu benutzen. "So passen im Fall des Ausspähens Kartendaten und Pin nicht zusammen."

Außerdem gebe es laut Nolte inzwischen sogenannte Anti-Skimming-Module, die Manipulationsversuche erkennen und das Gerät abschalten, mit denen die Geldautomaten auch nachträglich ausgerüstet werden können.

Im Übrigen funktionieren die gefälschten Geldkarten an deutschen Automaten nicht. "Die Täter können damit nur an ausländischen Automaten Geld abheben, denn hierzulande überprüfen die Geräte noch eine Reihe weiterer Karten-Sicherheitsmerkmale", erklärt Ulrich Nolte. "Sind die nicht korrekt oder gar nicht vorhanden, gibt es auch kein Geld."

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