Malen mitten in der Galerie

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22. Dezember 2009, 08:14 Uhr

Werdervorstadt | Schwerin ist ein gutes Pflaster für zeitgenössische Kunst. Hier fühlen sich viele junge Künstler wohl und finden ein interessiertes Publikum für ihre Arbeiten, wecken mit vielfältigen Angeboten Nachfrage und Meinungsaustausch.

Die Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Staatlichen Museum ist gerade durch den Ankauf des großformatigen Bildes "Flowers No. 7" von Hiroyuki Masuyama dank einer Spende der Museumsfreunde in Höhe von 10 000 Euro bereichert worden. In den Galerieräumen des Kunstvereins Schwerin im alten E-Werk, in denen zurzeit eine Personalausstellung von Mike Strauch gezeigt wird, wurde der Mecklenburger Maler jüngt mit dem Kunstpreis der Wemag geehrt. In der Galerie für zeitgenössische Kunst am Ziegenmarkt ist die Sonderschau "Planetenwechsel" zu sehen, in der Arbeiten von Andreas Barth, Thomas Fißler, Matthias Kanter, Peter Klitta, Christoph Rodde, Torsten Sachse und ebenfalls von Mike Strauch vorgestellt werden - Malerei, Fotografie und Objekte. Geöffnet ist die Galerie in der Regel donnerstags bis sonnabends jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Nun ist bei der Präsentation zeit genössischer Kunst in Schwerin eine weitere Facette hinzugekommen: das Atelier 63 in der Werderstraße 63. Tanja Zimmermann aus Klein Warin hat es gemietet und befreundete Künstler eingeladen, ihre Werke in Schwerin zu zeigen: Die Künstlerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern Miro Zahra und Anette Czerny aus Plüschow, Ruzica Zajec aus Kaarz und Tanja Zimmermann aus Klein Warin stellen Zeichnungen, Aquarelle, Objekte und Acrylbilder aus. Sie sind im Land durch eine Vielzahl von Ausstellungen und Aktivitäten dem Kunstpublikum bereits bekannt. Hinzu kommen Arbeiten von Inge Schenke und ihrem Mann Prof. Ruud Ticheler aus Holland. Sie arbeiten seit einigen Jahren regelmäßig einmal im Jahr im Internationalen Künstlerhaus Plüschow und lieben das besondere Licht an der Mecklenburger Küste. Die beiden zeigen abstrakte Malereien in Mischtechnik. Zu sehen sind zudem Zeichnungen von Gerit Loeschnig aus Wien aus der Reihe "Mein Lieblingskleid". Sie stellte 2006 bereits im Norden aus -damals im Roten Pavillon in Bad Doberan. Loeschnig und ihr Mann Ulrich Plieschnig gehören zu den renommiertesten jüngeren Künstlern Österreichs. Den Reigen der Künstler, die in der Ausstellung "Haben und Sein" vertreten sind, beschließt Juliane Laitzsch aus Berlin, die einige ihrer Tuschezeichnungen präsentiert.

"Ich möchte hier in Schwerin aber nicht nur ausstellen, sondern auch arbeiten", sagt Ausstellungsmacherin Tanja Zimmermann. "Ich brauche den Kontakt mit Menschen, die Eindrücke der Großstadt, die Bewegung und Begegnung", erläutert die in Berlin geborene Künstlerin, die jetzt schon viele Jahre am Wariner See in Mecklenburg lebt. Deshalb habe sie sich jetzt zusätzlich ein Atelier mitten in der Stadt genommen mit Schaufenster, damit auch Passanten den Weg in die Künstlerwerkstatt finden können. Das habe bei der Eröffnung schon perfekt geklappt, erzählt sie, als durch die Musik zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt worden sei. "Ich fühle mich bereits jetzt sehr gut angenommen von den Schwerinern. Es waren schon viele hier im Laden und sagten, dass sie sich freuen, dass wieder etwas Neues, Interessantes entsteht, dass man Kunst sehen und etwas erleben kann", erzählt Zimmermann. "Das Atelier 63 soll etwas Lebendiges sein. Deshalb plane ich Kurse und Workshops durchzuführen oder zu Lesungen oder Musik einzuladen", erläutert die Künstlerin ihre Pläne. Sie freue sich über jeden Besuch.

Diese Auffassung teilt sie mit anderen befreundeten Künstlerinnen. "Wir wollen uns abwechseln mit Ausstellungen und Arbeiten im Atelier 63. Wir haben die selben Intentionen, suchen den Kontakt mit kunstinteressierten Schwerinern und brauchen den Austausch", erläutert Tanja Zimmermann. Und auch für die Besucher der Galerie ergebe sich so Abwechslung und Einblick in unterschiedliche Arbeitsweisen von Künstlern.

Geöffnet ist die Ausstellung "Haben und Sein" im Atelier 63 bis zum 23. Dezember jeweils von 14 bis 19 Uhr sowie vom 6. bis 16. Januar jeweils mittwochs bis sonnabends von 14 bis 19 Uhr.

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