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Lokales

13. Dezember 2017 | 19:53 Uhr

Mais plus Gülle bringt Strom

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2010 | 09:05 Uhr

Tarnow | Biogasanlagen zur alternativen Energiegewinnung aus natürlichen Ressourcen liegen im Trend. Auch die Rinderzucht Tarnow GbR nutzt seit einem halben Jahr so eine Anlage und "füttert" sie seitdem täglich mit Unmengen von Mais aus eigener Produktion und der Gülle aus den Rinderställen. Gebaut wurde die Biogasanlage mit einem Kostenaufwand von fast zwei Millionen Euro von der Deutschen Biogas AG, die Partner des Tarnower Rinderzuchtbetriebes ist.

Rund 600 Rinder stehen in den sechs Ställen in Tarnow. Darunter 250 Milchkühe sowie Kälber, Fersen und Ochsen. Seit Inbetriebnahme der Biogasanlage muss die Gülle von ihnen nun nicht mehr in einem Riesenbehälter gesammelt werden, bis sie auf die Felder ausgebracht werden kann. Statt dessen fließt sie durch Rohre gleich in den riesigen Silo der nebenan befindlichen Biogasanlage. "Die Anlage wird täglich mit 23 Tonnen Mais und 23 Kubikmetern Gülle beschickt", sagt Peter Lenz, der die Anlage bedient und rund um die Woche mit seinem Bagger den Mais vom nahen Liegeplatz holt und ihn in die Anlage schaufelt.

"Das Mais-Gülle-Gemisch wird in den Fermenter gepumpt und darin durch Bakterienkulturen zersetzt", erläutert Wolfgang Hannika, Gesellschafter der Rinderzucht GbR. Das dabei entstehende Methan werde dann einem Generator zugeführt und durch diesen in Elektroenergie umgewandelt. Diese wird in das Wemag-Netz eingespeist. 499 Kilowatt pro Stunde werden in der Biogasanlage produziert. Für den Rinderzuchtbetrieb "dreht sich seitdem das Rad". "Wir verkaufen unseren Mais aus eigener Produktion an die Deutsche Biogas AG", erläutert Hannika einen der Vorzüge für sein Unternehmen. "Außerdem kriegen wir aus dem zweiten Fermenter die Gärreste kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ist guter Dünger und wird auf den Acker ausgebracht." Als nächstes soll noch ein Trockner für die flüssigen Gärreste gebaut werden. Das bringt für die Rinderzüchter weitere Vorteile: Das Trockengut ist leichter und kann deshalb in größeren Mengen auf die Äcker transportiert werden. Außerdem kann es im Freien lagern. Und - anders als Gülle - dürfe man Feststoffe auch im Winter auf die Felder streuen. Das erspart dem Unternehmen den Bau eines großen Güllebehälters. Ist doch seit letztem Jahr durch die EU vorgeschrieben, dass jeder Tierzüchter so viel Platz vorhalten muss, dass er Gülle ein halbes Jahr lang lagern kann.

Auch die Bürger rundum könnten von der Biogasanlage profitieren. Ist doch geplant, dass sich auch Haushalte einmal an die Anlage zur Warmwassergewinnung anschließen lassen könnten.

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