Rostock: Kundgebung, Protestmarsch und Volksfest : Mai-Demo für faire Löhne

Kämpfen für gerechte  Arbeitsbedingungen: DGB-Regionsvorsitzender Thomas Fröde spricht vor Demonstranten  bei der Maikundgebung am Werftdreieck. Fotos: Georg Scharnweber
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Kämpfen für gerechte Arbeitsbedingungen: DGB-Regionsvorsitzender Thomas Fröde spricht vor Demonstranten bei der Maikundgebung am Werftdreieck. Fotos: Georg Scharnweber

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02. Mai 2011, 03:33 Uhr

Mit Trommeln, Pfeifen und Transparenten sind gestern etwa 250 Demonstranten vom Werftdreieck zum Gewerkschaftshaus in der Hermannstraße gezogen. „Das ist das Mindeste“ lautete das Motto der traditionellen Maidemo in diesem Jahr. Aufgerufen hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) der Region Rostock-Schwerin.

„Wir fordern damit nicht nur den Mindestlohn, sondern auch Mindestbedingungen für die Arbeit“, so der Regionsvorsitzende Thomas Fröde. Dabei gehe es auch um faire Urlaubs- und Überstundenregelungen. Zu selten würden Arbeitgeber ihren Angestellten für gute Arbeit guten Lohn und gute Bedingungen bieten. Das sei aber – auch angesichts des wachsenden Fachkräftemangels im Land – dringend notwendig.

Feste Jobs statt Leiharbeit

Bei der Kundgebung am Werftdreieck ging Fröde auch auf die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Leiharbeit ein. Einige Betriebe würden sich dieses Mittels ungerechtfertigt bedienen, so der DGB-Regionschef. Die Gewerkschaften fordern stattdessen den Ausbau von festen Arbeitsverhältnissen. Für den Gewerkschaftsmann ist außerdem die Situation der ehemaligen Werftarbeiter weiter Besorgnis erregend. „Mehr als 300 sind in einer schwierigen Situation. Denn sie wissen noch nicht, wie es weitergeht“, so Fröde. Gemeinsam mit der IG Metall wolle sich der DGB dafür einsetzen, dass es für die ehemaligen Werfler wieder Arbeit zu angemessenen Bedingungen gibt.

Volksfeststimmung auf dem Kastanienplatz

Nach der Kundgebung zogen die Demonstranten vom Werftdreieck über das Warnowufer, den Kanonsberg und die August-Bebel-Straße zum Gewerkschaftshaus. Bei einem Straßenfest präsentierten sich dort Arbeitnehmervertreter, Parteien, Vereine und Verbände. Gefeiert wurde bis zum Nachmittag auch auf dem Kastanienplatz im Barnstorfer Wald. Dort hatten DGB, der Stadtjugendring, Endstation rechts, die Vereine Zabrik und Bunt statt Braun sowie die Parteien Aufbruch 09, Bündis 90/Die Grünen, SPD und Linke unter dem Motto „1. Mai – Gemeinsam – Sozial – Gerecht“ zu einem Volksfest eingeladen.

Vor allem Familien kamen, um den Nachmittag auf der Festwiese zu verbringen, das Bühnenprogramm zu erleben oder sich über verschiedene Organisationen zu informieren. So stellten sich unter anderem Pfadfinder, Jugendclubs sowie Friedens- und Umweltverbände dem Publikum vor. In einer Talkrunde beschäftigten sich Vertreter von Parteien und Gewerkschaften mit dem zentralen Thema des diesjährigen Maifeiertags, den gerechten Arbeitsbedingungen. Mit so genannten Politkrimis versuchten die Veranstalter außerdem, den Besuchern auf dem Festplatz politische Inhalte auf unterhaltsame Weise nahezubringen.

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