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Lokales

17. November 2017 | 22:28 Uhr

Magere Blütenpracht zum Rosenfest

vom

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2010 | 09:46 Uhr

Lützow | Glassplitter liegen zwischen den Rosenstöcken. Bei jedem Schritt durch das Gewächshaus knirschen und knacken die Scherben unter den Schuhen. Das Dach ist nur noch eine Ansammlung von spitzen Glaszacken, in denen sich das Licht der Sonne bricht. Im Winter sind die Dächer der Treibhäuser des Rosariums in Lützow zusammengebrochen. Die Schneemassen waren zu viel für das Material. Seitdem arbeitet das Betriebspersonal mit Hochdruck daran, die Dächer zu flicken. Nicht wie zuvor mit Glas, sondern mit weißen Metallblechen. Zwei Mitarbeiter sitzen auf den Streben des Daches und bohren Schrauben in die Bleche. Drei Dächer haben sie ausgebessert, eines ist noch komplett zerstört. "Das wird noch dauern, bis wir auch das fertig haben", prognostiziert Sabine Schwartz. Sie ist Vorarbeiterin im Rosarium. Der harte Winter war für die Lützower Rosenexperten ein echter Schlag ins Kontor.

Denn nicht nur die Gewächshäuser hatten unter dem Winter zu leiden. Auch die Rosen verkrafteten die lange Kälteperiode nur schwer. Kaum ein Strauch blüht bis jetzt im Rosenpark, der zu dieser Zeit normalerweise schon längst seine volle Pracht entfaltet hätte. Die sonst bunten Sträucher in Rot, Pink und Lila stehen verkümmert in ihren Beeten: mehr Erde als Pflanzen. Ganz so, als stünde die wärmste Jahreszeit nicht bevor. In zehn Tagen beginnt der kalendarische Sommer - im Rosarium ist davon wenig zu spüren. Auf verschiedene Rosenarten hat sich das Floristik unternehmen spezialisiert, historische Rosen, englische Rosen, Rambler-Rosen. So unterschiedlich sie sonst auch sein mögen, alle haben in diesem Jahr eines gemeinsam: Sie blühen noch nicht. 25 000 Töpfe stehen hinter den Gewächshäusern - doch kaum eine Blüte ist zu sehen. "So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt", sagt Sabine Schwartz.

Die gelernte Anlagentechnikerin arbeitet seit 18 Jahren im Rosengarten. Noch nie gab es in den fast zwei Jahrzehnten eine dermaßen verzögerte Blüte. Da kann auch Sabine Schwartz nur mit den Achseln zucken.

Doch auch ohne Blumenpracht ist das Lützower Rosarium Teil der landesweiten Aktion "Offene Gärten", die am Wochenende Gartenfreunde in verschiedene Gärten Mecklenburg-Vorpommerns locken wird. Zudem findet auf dem Gelände auch das Rosenfest statt, zum bereits sechsten Mal. Die Idee der offenen Gärten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern seit 2007. Sie soll die Vielfalt der Gärten veranschaulichen und ermöglichen, dass auch Privatgärten öffentliches Interesse erlangen. Doch nicht nur Privatpersonen öffnen ihre Kleinode, auch Pfarr-, Nutz- oder Bauerngärten und Parkanlagen sind zu besichtigen. Das Programm bei der vierten landesweiten Auflage ist vielfältig. Die ganze Bandbreite von Gartenkultur kommt zum Tragen. Exakt 112 Gärten sind landesweit zu sehen, auch im nördlichen Brandenburg gibt es am Themen wochenende einige Gärten zu sehen. Alle werden die Herzen der Naturfreunde am Sonnabend und am Sonntag jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr höher schlagen lassen. "In diesem Jahr haben wir so viele Gärten wie noch nie im Programm", rechnet Matthias Proske, Vorsitzender des Vereins Offene Gärten Mecklenburg-Vorpommern, vor. "Alles ehrenamtlich organisiert", fügt er hinzu.

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