zur Navigation springen
Lokales

22. August 2017 | 07:33 Uhr

Mängel am Bahntunnel verschwinden

vom

Schwerin | Die Pannenserie am fünf Millionen Euro teuren Fußgängertunnel unter den Bahnschienen in der Lübecker Straße soll endlich beendet werden. Laut Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff hat es in der vergangenen Woche nochmalige Gespräche zwischen der Landeshauptstadt und der Bahn AG gegeben. "Die Situation ist unbefriedigend", gab der Vize-Oberbürgermeister zu. "Es ist uns bislang nicht gelungen, die Fahrradrampe so freizugeben, wie wir uns das wünschen. Und auch die häufigen Fahrstuhlausfälle sind nicht akzeptabel."

Die manchmal sogar monatelang defekten Aufzüge an beiden Enden der Unterführung zwingen insbesondere Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und ältere Menschen zu waghalsigen Manövern oder langen Umwegen. Die Ursachen dafür seien unterschiedlich. Neben Vandalismus seien unter anderem die Schienen des Fahrstuhls häufig verschmutzt worden, da Regenwasser und auch Dreck nicht abgehalten worden seien. "Das wird in der nächsten Woche abgestellt", versprach der Baudezernent.

Wurden die Kabinen aus Kostengründen möglicherweise zu klein geplant? Fakt sei, dass sich die Aufzüge nach einigen Versuchen, die Türen zu schließen, automatisch außer Betrieb setzen würden. Dies passiere häufiger, etwa wenn Kinderwagen nicht in die Kabinen passten. Für manche Nutzer hatten solche Abschaltungen schon böse Folgen: Sie blieben längere Zeit im Aufzug eingesperrt.

Noch stöhnen auch Fahrradfahrer, weil die an den Treppen geplanten Rampen noch immer fehlen. "Es soll jetzt einen Nachbau geben", kündigte Frie ders dorff an. Dabei gäbe es derzeit noch Prüfungen, ob es einen Mittellauf geben könne. "Das funktioniert aber nur dann, wenn ein Zwillingskinderwagen auch noch ungehindert die Rampe benutzen kann", erklärte Friedersdorff. Sei das nicht möglich, werde es Handläufe an den Seiten geben. "Die Bahn soll das in den nächsten zwei bis vier Wochen nachbessern", berichtete der Baudezernent. "Die entsprechenden Absprachen sind alle getroffen."

Den Bauverzögerungen war ein langer Streit zwischen der Stadt und der Bahn vorausgegangen. Die Bahn hat stets darauf beharrt, dass die Kommune bereits im September vergangenen Jahres die Verkehrssicherungspflicht für die Anlage übernommen habe. Somit sei die Stadt seitdem nicht nur für Sauberkeit, sondern auch die Entstörung der Fahrstühle verantwortlich. Das sieht die Stadt anders. Erst dieses Frühjahr habe die Kommune diese Aufgaben übernommen. Und dies nur, weil die Bahn ihren Verpflichtungen zuvor nur unbefriedigend nachgekommen sei.

Die Tunnelanlage selbst befindet sich noch im Besitz des Bahnkonzerns. Eine offizielle Abnahme durch die Kommune sei bislang verweigert worden, um sicherzustellen, dass die Bahn einige Mängel beseitigt, so Dr. Bernd Smerdka, Leiter des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Sep.2010 | 05:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen