Lutheraner von Lkw-Lärm zermürbt

Gefährlich hohe Kante: Karl-Heinz Held an der BaugrubeIlja Baatz
Gefährlich hohe Kante: Karl-Heinz Held an der BaugrubeIlja Baatz

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16. Juni 2010, 09:30 Uhr

lutheran | "Warum hat man sich hier nicht mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass der Schwerlastverkehr rausgenommen wird? Dann muss die Gemeinde Lutheran eben mal beim Landrat vorstellig werden. Sonst vergisst man uns hier!" Karl-Heinz Held gehört zu den Einwohnern, die ihren Ärger über die stark zugenommene Lärmbelästigung für alle Anwohner an der B 191 offen ansprechen. Jüngste Gelegenheit war die Gemeindevertretersitzung.

Die ins Gespräch gekommene Maut für Bundesstraßen sei "Käse", sagt der ähnlich verärgerte Nachbar Hans Hauswald. Einzig wirksames Mittel sei die Verkehrsüberwachung: "Nachts drehen einige ganz Geschickte zum Beispiel die Ampel um. Wenn Du da was sagst, gibts noch einen auf die Glocke. Die regelmäßige Kontrolle fehlt, die Polizei muss nicht nur einmal präsent sein!"

Held zufolge seien Bürgerinitiativen wegen der Belastung auf der B 104 und B 5 zum zuständigen Ministerium gefahren. Dabei sei der Verkehr auf der B 191 und B 192 noch stärker. "Der Lkw-Verkehr hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt, liegt jetzt bei rund 1200 Fahrzeugen in 24 Stunden, wie ich selbst gezählt habe", so der Anwohner. "Wo leben wir eigentlich? Wenn der Landrat hier sein Haus hätte, wäre es schon jetztanders, dafür garantiere ich."

Auf die nach den Äußerungen der Männer von Bürgermeister Thomas Schwarz nahe gelegte Aufforderung "Dann gründet doch eine Bürgerinitiative!" sagte Held, dass es ohne Abstriche schön sei, wenn die Straße saniert werde. "Aber welche Aufgaben sollen wir noch übernehmen?", fragt er. "Wir sind doch keine Bittsteller! Ich höre hier immer nur: Das geht nicht."

Was die Belastung betreffe, habe gerade auch die Baustelle jedem die Augen geöffnet, meint Hauswald. Er plädiert dafür, in der Ortsdurchfahrt konsequent nur eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometer in der Stunde zuzulassen. Hinter die Möglichkeit, einen stationären Blitzer aufzustellen, müsse "mehr Dampf". Sowohl das Amt Eldenburg Lübz als auch der Bürgermeister verweisen darauf, dass das Land diesen Plan - er bedeutet eine Investition von mehreren 1000 Euro - schon einmal abgelehnt habe, weil Lutheran kein Unfallschwerpunkt sei.

In der Vergangenheit wurde ebenfalls schon darauf verwiesen, dass man die Lutheraner Ortsdurchfahrt nicht für Schwerlastverkehr sperren könne, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Held dazu: "Wenn man dies nicht verhindern kann, dann verlange ich wenigstens, dass die Fahrer die Vorschriften einhalten. Das tun sie nicht und deshalbgehört hier ständige Kontrolle her!"

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